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Genesis P-Orridge

aus DER SPIEGEL 43/2009

Genesis P-Orridge , 59, als Neil Andrew Megson in Manchester geborener Performance-Künstler, will ein schrilles Körper-Projekt fortsetzen. Der bekennende Exzentriker, Okkultist und Träger von 13 Penis-Piercings hatte 2003 einen Pakt mit seiner zweiten Ehefrau Jacqueline Breyer besiegelt: Sie wollten einander so ähnlich werden wie nur möglich. Mehr noch, sie wollten eine Person werden, ein androgynes Zwitterwesen. Ihr Projekt nannten sie »Pandrogeny«, an einem Valentinstag begann es: Sie ließen sich identische Brustimplantate, Körbchengröße C, einsetzen. Zahllose Operationen folgten: Augen, Nase, Mund, Fettabsaugen. P-Orridge unterzog sich einer Hormonbehandlung, sie trugen die gleichen Outfits. Im Laufe der Jahre investierte das Paar ungefähr 200 000 Dollar in die bizarre Idee. Im Oktober 2007 starb Breyer, 20 Jahre jünger als ihr Mann, an Krebs. Nach einer Zeit der Trauer hat sich der Brite nun entschlossen, weiterzumachen. Der nächste Termin beim Schönheitschirurgen steht fest. Was gemacht werden soll, verrät er nicht. Aber er ist sich sicher, im Sinne Breyers zu handeln: »Sie würde nicht aufhören, weil es kompliziert ist.«

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