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Genosse Staatsmann

aus DER SPIEGEL 5/1995

Gerhard Schröder, 50, niedersächsischer Ministerpräsident, läßt auch im neuen Jahr keine Fernsehkamera aus. Nach Auftritten bei Gottschalk ("Gottschalk") und Küppersbusch ("Zak") zeigte sich Schröder nebst Gattin Hiltrud, 46, vorvergangene Woche auf Hessen III in der Quasselshow »3 ZimmerKücheHolger«. Das Paar sollte in der Kulisse eines Badezimmers »Szenen einer Ehe« improvisieren, Thema: »Einladung nach Oggersheim«. Besondere Erschwernis: Herr Schröder spielt Frau Schröder und umgekehrt. Textauszug:

Sie als er: »Liebe Hillu, also du mußt mir einen Riesengefallen tun. Ich weiß, du möchtest nicht so gerne, aber es wäre schon ganz gut, wenn du mitkommen würdest.«

Er als sie: »Du kannst von mir alles erwarten, 'ne Scheidung mach' ich eher, als daß ich zu dem gehe. Du weißt genau: Dieser Mann ist für mich ein ästhetisches Problem.«

Sie als er: »Du mußt dir einfach mal überlegen, wer schon alles in Oggersheim gewesen ist: Jelzin war da, Bill Clinton, Mitterrand.«

Er als sie: »Du immer mit deinem verdammten Ehrgeiz. Du bist nicht so bedeutend wie Bill Clinton oder Mitterrand und wirst es im übrigen auch nie, wenn du so weitermachst, vor allem so nicht.«

Sie als er: »So geht das einfach nicht. Ich denke, es ist auch an der Zeit, daß unsere Genossen überzeugt werden müssen, daß ich auf der Weltbühne als Staatsmann bestehen kann.«

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