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Briefe

Geradezu feindlich eingestellt
aus DER SPIEGEL 32/1996

Geradezu feindlich eingestellt

(Nr. 30/1996, Strom: Sonnenenergie vor dem Durchbruch?)

Wenn den Siemens-Chef die Solarenergie nicht recht interessiert, weil er findet, daß sie in hiesigen Breiten keine besondere Rolle spielt, weiß er anscheinend nicht, daß Deutschland ein Exportland ist. Wie lange noch wollen sich die deutschen Manager auf den wirtschaftlichen Erfolgen von Anno dazumal ausruhen? Früher standen wir auf der Bühne und haben anderen gezeigt, wie ein Wirtschaftswunder funktioniert. Heute haben wir uns selber auf die Zuschauerplätze verbannt und lassen uns von anderen zeigen, wie man Forschung in marktfähige Produkte umsetzt.

Grasberg (Nieders.) G. WEGEL

Der Dreh- und Angelpunkt bei der Solardiskussion ist nach wie vor die Politik. Und die läßt auf Bundesebene gegenüber der Solartechnik auf keine positive Entscheidung hoffen. Ein Forschungsminister, auch gern »Zukunftsminister« genannt, der gegenüber »Zukunftstechnologien« negativ, geradezu feindlich eingestellt ist, sollte über seine Eignung nachdenken.

Wildeck (Hessen) STEFFEN MÜLLER

Mit dem Trick, umweltfreundliche Kunden mit einem Aufschlag von 20 Pfennig pro Kilowattstunde zu belegen, will sich RWE vor der Verantwortung drücken. Eine der Pflichten für Strommonopole ist bekanntlich die nachhaltige Sicherung der Stromversorgung. Mit Kohle und Atom geht das ersichtlich nicht. Wenn RWE nicht die ohnehin kleine Gruppe umweltfreundlicher Kunden schröpfen würde, sondern bei jedem Kunden einen Pfennig pro Kilowattstunde mehr verlangen würde, käme genug Geld zusammen, um die kostendeckende Vergütung zu bezahlen und die solare Wende endlich einzuleiten. Das würde RWE keinen Pfennig kosten, aber die Verpflichtung aus der Monopolgenehmigung erfüllen.

Bamberg DR. LUDWIG TRAUTMANN-POPP Bund Naturschutz in Bayern e.V.

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