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UNGARN Gesteuerte Fluchten

aus DER SPIEGEL 12/2001

Russische Geheimdienstler haben offenbar ihre Bemühungen nicht aufgegeben, die ehemaligen kommunistischen Satellitenstaaten und heutigen EU-Anwärter zu verunsichern. Nach Informationen der angesehenen britischen Sicherheitszeitschrift »Jane's Intelligence Digest« versucht Moskau, mit subtilen Aktionen die Westorientierung einiger Staaten zu diskreditieren. Jüngstes Beispiel aus Ungarn: Hinter der kollektiven Auswanderung und dem Asylgesuch zahlreicher Roma in Straßburg stecke, so die Zeitschrift, eine Aktion russischer Agenten. Die Großfamilien seien durch deren Operationen ermuntert, zuweilen wohl auch provoziert worden, ihre Siedlungen in Ungarn geschlossen zu verlassen und vor EU-Organen zu erklären, die Regierung in Budapest trete die Rechte der Roma mit Füßen. Die Russen verfolgten damit die Absicht, Ungarn gerade während der EU-Beitrittsverhandlungen zu verleumden. Zahlreiche Roma-Organisationen vor allem in Tschechien, der Slowakei und Ungarn klagen seit langem über Diskriminierung und tätliche Übergriffe durch Rechtsradikale und Skinheads; immer wieder kommt es zu Fluchtaktionen ganzer Roma-Gemeinden Richtung Westeuropa.

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