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Luftwaffe Gestörte Kontrolle

aus DER SPIEGEL 35/1996

Probleme mit einem wichtigen Computersystem, das die Einsatzbereitschaft ihrer Tornado- und Phantom-Kampfjets überwacht, drohen der Luftwaffe und der Marine. Grund ist ein Streit zwischen dem Geschäftsführer und ehemaligen Teilhabern einer kleinen Softwarefirma in Bayern, die das Computerprogramm betreut. Einer der Ex-Gesellschafter stellte vorige Woche beim Amtsgericht Augsburg Konkursantrag gegen die Firma, die daher mit militärisch sensiblen Aufgaben nicht mehr betraut werden darf.

Die Kampfgeschwader der Bundeswehr sind indes weitgehend abhängig von dem Geschäftsführer: Er hatte in seiner Zeit als Luftwaffenoffizier das komplexe Rechner-Programm konzipiert und die Software später im Auftrag der Bundeswehr weiterentwickelt und gepflegt.

Das System erfaßt sämtliche Flugdaten, Einzelheiten der Bewaffnung, Verschleißerscheinungen und technische Defekte. So können Wartung und Reparaturen besser gesteuert und die Einsatzbereitschaft der Maschinen ständig überwacht werden. Bei Störungen im System wird das betroffene Geschwader nach Aussage von Experten allerdings tagelang lahmgelegt: Ehe nicht alle Daten - etwa über gerade ausgeführte oder noch notwendige Instandsetzungen - zeitaufwendig rekonstruiert und von Hand in die einschlägigen Wartungsbücher und »Lebenslaufakten« jedes einzelnen Flugzeugs nachgetragen worden sind, dürfen die Maschinen sicherheitshalber nicht starten.

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