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Briefe

Gesünder leben
aus DER SPIEGEL 32/1972

Gesünder leben

(Nr. 291972, Olympia-Report über die Segelstadt)

Mag Kiel in manchem provinziell sein. so hat es doch in einer bedeutsamen Hinsicht eine geradezu weltstädtische Attitüde: nämlich in der Aufgeschlossenheit, die es dem Fremden, dem Neuzuziehenden, entgegenbringt. Wer anderes kennt, weiß es zu schätzen. Wenn jemand zehn oder 15 Jahre in Hamburg oder Lübeck wohnt, zögert er bestimmt immer noch, sich »Hamburger« oder »Lübecker« zu nennen. »Kieler« ist man dagegen vom Tage des Zuzuges an. Es hängt wahrscheinlich damit zusammen, daß durch Kriegsmarine, Werften u. a. seit über 100 Jahren dauernd Scharen von Leuten zuziehen. Ein Irrtum in Ihrem Artikel ist folgender: Kiel hat seine innere Verkehrswege nicht später als andere, sondern früher gebaut. Deshalb ist manches jetzt schon überholt und muß ergänzt werden.

Kiel KURT ENGERT

Daß eine landschaftlich sehr reizvoll gelegene, städtebaulich ansehnliche Stadt wie Kiel in Ihrem Bericht zum »grauen Gemeinwesen« quasi am Ende der Welt vorkommt, muß korrigiert werden. Natürlich kann man der Meinung sein, daß es den Wohnwert einer Stadt mindert, wenn am Hafen »nicht mal ein handfestes Amüsierviertel« gedeiht -- vielleicht ist die Kieler SPIEGEL-Dependance deshalb aus der Hafengegend in das Prominentenviertel Düsternbrook gezogen? -, und natürlich kann man das Leben unter dem Smog prosperierender Industriezentren -- mit Chlorbrühe aus den Wasserhähnen -- der Industrieferne Kiels mit seiner sauberen Seeluft und dem ausgezeichneten Trinkwasser (einem der besten Europas) vorziehen. Was eine saubere Umwelt wert ist, sollte aber inzwischen jedem aufgegangen sein. Als Nachhilfe empfiehlt sich vielleicht die Lektüre des SPIEGEL.

Kiel PETER LEIMBACH

Ganz so wirkungslos, wie Sie in Ihrem Artikel behaupten, geht nun die Segel-Olympiade auch nicht an den Kielern vorbei -- bis auf die Inanspruchnahme bundesdeutscher Entwicklungshilfe im Rahmen der Olympiade. die ja auch, wie Sie berichteten, voll ausgenutzt wird und hier wohl auch bitter nötig ist, ihrem Schreiber ist leider entgangen, daß auch hier -- wie in München -- die Olympia-Euphorie brave Bürger zu wilden Spekulanten gemacht hat.

Kid B. BECK

Was hat das heutige Kiel noch mit dem Kiel der Kaiserzeit zu tun? Es wird auf die starken Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges hingewiesen, auf die städtebaulich sehr interessanten und guten Lösungen beim Wiederaufbau nicht. Kiel war vor dem Zweiten Weltkrieg keine schöne Stadt, aber heute ist Kiel eine der schönsten Großstädte Deutschlands.

Twixlum (Nieders) HANS-CHRISTIAN BOETERS

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