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WALD Gesund durch Statistik

Von Matthias Brendel
aus DER SPIEGEL 43/1997

Im Waldzustandsbericht der Bundesregierung fehlt ein wichtiges Indiz für das tatsächliche Ausmaß des Waldsterbens: die Zahl der Bäume, die so krank waren, daß sie abgeholzt werden mußten. Der neue Bericht soll im November vorgelegt werden und beschäftigt sich nur mit dem Zustand der noch stehenden Bäume. Dabei liegen dem Bundeslandwirtschaftsministerium auch Zahlen darüber vor, wieviel Holz aufgrund welcher Schäden gefällt wurde.

Nach diesen unveröffentlichten Zahlen haben die Fällungen wegen sogenannter neuartiger Waldschäden 1996 rund 400 000 Kubikmeter ausgemacht. Das wäre nur etwa ein Prozent der gesamten bundesweiten Holzernte. Allerdings halten Forstwissenschaftler die Zahl für zu niedrig. Auch Insektenbefall würde durch sauren Regen und Schadstoffe in der Luft gefördert, weil die Bäume ihre Widerstandskraft verlören. Nach einer Zählung aus Nordrhein-Westfalen mußten dort mehr als zehn Prozent aller gefällten Bäume nur deshalb geschlagen werden, weil sie von Insekten befallen waren.

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