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Briefe

GESUNDER HÖHEPUNKT
aus DER SPIEGEL 39/1968

GESUNDER HÖHEPUNKT

(Nr. 37/1968, Gesellschaft)

Ihr Beitrag über Heiraten in Deutschland gibt sicherlich -- in der Problematik der Heiraterei -- einen Einblick, der jeden Deutschen zum Nachdenken bringen sollte. Kann es überhaupt mit der Lockerung der Sex-Moral noch weiter abwärts gehen? Auch die Erotik büßt durch Profanierung an Reiz zunehmend ein. Die Emanzipierung der Frau hat ihren gesunden Höhepunkt überschritten. Die Zahl der dauerhaften Ehen ist geringer geworden. Sie wird noch weiterhin sinken, wenn keine Moral-Renaissance auftauchen sollte. Hoffen wir es!

Berlin DR. WALTER MÜHLBÄCHER

Wenn man die Beiträge der kirchlichen Profis im Heiratsreport liest, darin weiß man, wo das Christentum in Deutschland noch Zukunft hat: im Hochzeitsbusiness. Ohne großen theologischen Aufwand bewahrt sich die Kirche noch ihre Nähe zum Volk. Um gut im Geschäft zu bleiben, scheuen die talarbehängten Kultbeamten keine Mühe, da wird noch nachgetauft und nachkonfirmiert, damit alles für die große »Modenschau mit Orgelmusik« recht christlich vorbereitet ist. Ohne Beschwerden erzählen die Seelenhirten dann dem SPIEGEL, daß die »Motive der Hochzeiter« wohl oft mehr mit »Aberglauben und Magie, damit die Ehe gut wird« zu tun haben als mit dem Christentum. Und bei diesem heuchlerischen Betrieb hat dann einer. der Pfarrer, noch »durchaus positive Empfindungen«. Er hat das »Gefühl, hier ist was da«. Allerdings die unredliche Praxis der verspießbürgerlichten »Völkerkirche«.

Heidelberg WINFRIFD SCHIMPF

Ihr Bericht übers Heiraten war sehr lesenswert, doch in einem Punkt wäre etwas mehr Objektivität geboten gewesen: Ich meine die Computervermittlung. Denn auch ich vertraute meine Sorgen einem Computer an. Mein anfängliches Mißtrauen gegen diesen wurde noch gestärkt, als ich -- eine Schwarze (!) kennenlernte. Doch nun bin ich glücklich mit ihr verheiratet und möchte sie gegen keine weiße Frau der Welt eintauschen.

Walsum (Nrdrh.-Westf.) JÜRGEN BRUCKMANN

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