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BURMA Gewiefte Generäle

aus DER SPIEGEL 6/2007

Im erbitterten Ringen um die Rohstoffe Asiens hat das burmesische Regime zwei Rivalen gegeneinander ausgespielt. Eigentlich wollte Indien, das für seine schnell wachsende Wirtschaft dringend neue Energiequellen benötigt, eine Gaspipeline nach Burma bauen - durch das gemeinsame Nachbarland Bangladesch. Denn Burma, das von einem Militärregime beherrscht wird und vom Westen geächtet ist, verfügt über große Erdgas- und kleinere Erdölvorkommen. Die Generäle erteilten den Zuschlag für die Bohrrechte aber Indiens schärfstem Konkurrenten China - wohl auch aus politischem Kalkül. Den Deal gaben die Generäle nur drei Tage nach einer Sitzung des Uno-Sicherheitsrats bekannt, gleichsam als Dankeschön. China hatte eine Resolution gegen Burma blockiert, die das Land zu demokratischen Reformen verpflichten sollte. Vordergründig fiel die Entscheidung zugunsten des treuen Unterstützers China aus, weil sich Indien und Bangladesch über die Pipeline stritten und eine schnelle Einigung nicht in Sicht war. Peking darf nun vor der Westküste Burmas nach Öl und Gas bohren und wird wohl bald eine Pipeline bis ins chinesische Kunming bauen. Die Burmesen teilten Neu Delhi mit, man könne Indien vorläufig kein Gas verkaufen, weil zu prüfen sei, wie viel überhaupt noch da sei. Für den Fall eines Abschlusses erwarte Burma aber nicht nur marktgerechte Preise, sondern auch Lokomotiven und Waggons für seine Schmalspureisenbahn.

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