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Giovanni Spadolini

aus DER SPIEGEL 33/1981

gilt als »neuer Mann« auf der politischen Szene Italiens. Denn im Vergleich etwa zu christdemokratischen Oldtimern wie Giulio Andreotti (Abgeordneter seit 1946, fünfmal Regierungschef) kam der füllige Republikaner, 56, erst spät in die Politik: Vor neun Jahren wurde er zum Senator gewählt. Zuvor hatte der gebürtige Toskaner als Geschichtsprofessor und Journalist Karriere gemacht. Vier Jahre lang leitete er den »Corriere della Sera«, Italiens wichtigste Zeitung. Ugo La Malfa, einer der Väter der Republikanischen Partei, gewann den redegewandten Junggesellen, der mehrere Bücher über das Verhältnis von Staat und Kirche schrieb, für das Engagement in der kleinen (Stimmenanteil: drei Prozent), aber beim liberalen Bürgertum sehr angesehenen PRI. Seit 1979 ist Spadolini PRI-Sekretär, seit sechs Wochen nun auch Ministerpräsident, nachdem es dem Christdemokraten Forlani nicht gelungen war, eine Koalition zusammenzubringen. Spadolini regiert ein Land, das durch Terror-Anschläge, Inflation und Skandale schwer erschüttert ist. Er scheint robust genug, sich nicht erschüttern zu lassen. Sein neuester Spitzname: »Der intelligenteste Schinken Italiens.«

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