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USA »Globaler Vandalismus«

aus DER SPIEGEL 17/1995

Ein Forschungsprojekt des Pentagon in Alaska hat den Argwohn amerikanischer Physiker gegenüber neuen US-Weltraumplänen geweckt. Mit einem Antennenwald aus 360 Masten, je 24 Meter hoch, wollen die Militärs von der Stadt Gakona aus (320 Kilometer nordöstlich von Anchorage) Radiostrahlen in die Ionosphäre schicken: Die Schicht, die in einer Höhe von 60 bis 800 Kilometern die Erde umgibt, reflektiert in ihrem unteren Bereich (80 bis 100 Kilometer) langwellige Funksignale, mit denen die US-Strategen ihre Raketen-U-Boote rund um den Globus und auch unter Wasser erreichen könnten. Die physikalischen Grundlagen dieses Projekts »Haarp« (High Frequency Active Auroral Research Project) hat der Wissenschaftler Bernard Eastlund erforscht. Er befürchtet, die Antennenanlage sei nur die Vorstufe zu einem weitaus gigantischeren Vorhaben - einer Strahlenwaffe, die schlagartig Satelliten, anfliegende Raketen, Flugzeugelektronik und weltumspannende Kommunikationsnetze außer Betrieb setzen könnte. Richard Williams, ebenfalls Physiker an der Elite-Universität Princeton, warnt gar vor »jahrelang andauernden Folgen«, die durch die Superstrahlen ausgelöst würden, und hält das ganze Projekt für »globalen Vandalismus«. Das Pentagon leugnete alle Absichten, es wolle mit dem »Haarp«-Projekt »Star Wars«-Pläne wiederbeleben; andererseits kennen die Militärs aber offenbar die Risiken selbst der schwächeren Tests: Die Anwohner der Region wurden gewarnt, die Anlage könne Fernsehempfang, Funkverkehr und Elektronik stören. Zudem soll das System automatisch abschalten, sobald sich ein Flugzeug dem Strahlenkegel nähert.

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Projekt ''Haarp''

[GrafiktextEnde]

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