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Gold für den Wahlkampf

aus DER SPIEGEL 30/1972

Richard Nixon hat nun doch keine Zeit für Olympia. Die US-Botschaft in Bonn bestellte der Bundesregierung, der Präsident müsse seinen ursprünglichen Plan aufgeben, München für einen Tag zu beehren, und werde seinen deutschstämmigen Sicherheitsberater Henry Kissinger als Ersatzmann schicken. Kanzler Willy Brandt, während der Spiele im Haus des Organisationskomitee-Prasidenten Willi Daume am Starnberger See zu Kontakten mit auswärtigen Regierungschefs einquartiert, ließ Washingtons Graue Eminenz sofort auf die Liste der Gesprächspartner setzen. Als Nixons eigener Olympia-Auftritt noch zur Debatte stand, hatte das Weiße Haus wissen wollen, wann denn wohl mit dem Goldmedaillen-Sieg eines farbigen US-Sportlers gerechnet werden dürfe -- an dem Tag wäre Amerikas oberster Wahlkämpfer gern dabeigewesen.

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