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JUGOSLAWIEN Gold in die Schweiz

aus DER SPIEGEL 45/2000

Der am 5. Oktober in einem Volksaufstand entmachtete ehemalige jugoslawische Präsident Milosevic sowie seine Anhänger versuchen offenbar, letzte finanzielle Pfründen aus dem Land zu schleusen. Dabei werden westliche Staaten genutzt. Während etwa die Schweiz offiziell bei der Suche nach heimlichen Devisenkonten der jugoslawischen Linken Aufklärungsarbeit zusichert, soll Gerüchten zufolge die Fluggesellschaft Swissair regelmäßig Pakete mit Gold, Edelsteinen und Devisen in die Schweiz befördern. So wurden am 26. Oktober zwei Pakete von insgesamt 59 Kilogramm Gold aus dem Bergwerk Bor, Versand-Nr. 5161/B-300, Spediteur Jugosped, unter dem Ausfuhrnamen »Sartid Smederevo« in die Container der Swissair auf der Parkposition C1 geladen und - wie die chiffrierte Depesche (Nr. 5887) des Flughafens an die Auftraggeber lautet - »im letzten Gepäckabschnitt abgestellt«. Die Swissair habe pünktlich um 15.05 Uhr den Flughafen verlassen. Unterschrift: Major Zoran Pekovic. Der Belgrader Flughafen wird nach wie vor von Polizeioffizieren kontrolliert, die dem Milosevic-Regime nahe standen. Um die Plünderung der letzten Goldreserven aus dem Bergwerk Bor zu stoppen und ihre weitere Verarbeitung zu verhindern, legten vergangene Woche Oppositionsanhänger das Förderband lahm.

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