Zur Ausgabe
Artikel 27 / 106
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Bayern Goppel unter Beschuß

aus DER SPIEGEL 17/1995

Bayerns Umweltminister Thomas Goppel, 47, wird von seinen eigenen Mitarbeitern heftig kritisiert. Im Hause des CSU-Politikers kursieren anonyme Schreiben an den Personalrat mit dem Vorwurf, der Minister sehe sein Hauptanliegen nicht in der Ökologie, sondern in der »ungehemmten Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Bayern, den es von überflüssigen wie lästigen Fesseln des Umweltschutzes zu befreien« gelte. Eine von Goppel verordnete Strukturreform im Ministerium habe nur dazu geführt, so die hausinterne Kritik, daß »allzu produktive Abteilungen spürbar gedeckelt werden können«; der Personalrat dürfe nicht länger zusehen, wie »das Amt und seine Aufgaben totorganisiert werden«. Unter Beschuß steht Goppel inzwischen auch wegen seiner Vorliebe für den Bayerischen Landesjagdverband und dessen Biotop-Projekt »Naturerbe Bayerische Landschaft«. Das Vorhaben wird vom Ministerium in diesem Jahr ganz unbürokratisch, ohne Zuschußantrag und Projektbeschreibung, mit 350 000 Mark gefördert. Ausgerechnet in Goppels Stimmkreis Landsberg-Fürstenfeldbruck wurde das Projekt gestartet. Die Maßnahmen zur Bewahrung eines Feuchtgebietes erwiesen sich jedoch inzwischen als äußerst zweifelhaft: Das Biotop wurde ausgebaggert, nur ein einziger Baum ziert noch das Gelände - der dient nun als Jäger-Hochsitz.

Zur Ausgabe
Artikel 27 / 106
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.