Zur Ausgabe
Artikel 88 / 88
Vorheriger Artikel

Gottfried Forck,

aus DER SPIEGEL 32/1990

66, Bischof von Berlin-Brandenburg, hat im ostdeutschen Parlament vergebens an christliche Werte erinnert. Schriftlich beschwerte er sich bei Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl (CDU) über das Einkommen der Abgeordneten: Deren »hohe Diäten« halte er angesichts der Krise im Land und der wachsenden Zahl von Arbeitslosen, »die mit 500 bis 1000 Mark auskommen müssen«, für »nicht angemessen«. Der bischöfliche Mäßigungsappell an die Christdemokraten blieb folgenlos, die Volksvertreter, für DDR-Verhältnisse Großverdiener, kassieren monatlich 5900 Mark. Nun sieht sich der Kirchenmann in alten Zweifeln bestätigt: daß eine Partei, die das »C« im Namen trägt, »den christlichen Glauben gerade in seiner eigenen Intention verrät«.

Zur Ausgabe
Artikel 88 / 88
Vorheriger Artikel