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Briefe

Größere Entfernung
aus DER SPIEGEL 4/1972

Größere Entfernung

(Nr. 53/1971, Rückblick)

In Ihrem Artikel »1971 -- Frieden und Kriege« wird das Ereignis vom 4. August 1971 in der Prinzregentenstraße in München angesprochen. Der Verfasser führt aus: »Im Feuerhagel der hilflosen Polizei kommen der Gangster Rammelmayr (Bild) und seine Geisel um.« Diese Darstellung entspricht nicht den Obduktionsbefunden. Die Staatsanwaltschaft hatte das Institut für Rechtsmedizin der Universität München mit der gerichtsmedizinischen Leichenöffnung beauftragt. Die Obduktion und die Geschoßuntersuchung im Bayerischen Landeskriminalamt haben ergeben, daß Ingrid Reppel allein durch die Schüsse aus der Pistole des Bankräubers Rammelmayr getötet wurde. Die Geisel war nach diesen Untersuchungen von 9-mm-Projektilen getroffen worden, die aus der Waffe des Rammelmayr verfeuert wurden. Außerdem konnte festgestellt werden, daß die Schüsse aus einer Entfernung von einem bis zwei Meter abgegeben worden sind. Waffen mit 9-mm-Kaliber werden von der Polizei nicht verwendet. Alle eingesetzten Beamten hatten sich in erheblich größerer Entfernung zur Geisel Reppel befunden.

München GEORG SCHMIDT Oberkriminalrat

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