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»GROSSMUTTER GESTORBEN«

aus DER SPIEGEL 46/1963

SPIEGEL: Herr Naujocks, am 31. August 1939 - am Vorabend des Krieges wurde kurz nach 20 Uhr das Programm des Gleiwitzer Senders unterbrochen. Es erklangen polnische Stimmen: »Der Rundfunksender Gleiwitz ist in unserer Hand.«

NAUJOCKS: Es waren keine Polen, sondern Deutsche.

SPIEGEL: Sie waren der Chef des SS -Kommandos, das den Überfall inszenierte.

NAUJOCKS: Ja. Ich war damals Sturmbannführer und ausschließlich im Auslands-Nachrichtendienst des Reichssicherheitshauptamtes beschäftigt. Gleiwitz fiel völlig aus meinem Arbeitsbereich, und insofern war es eine reine Sonderaufgabe.

SPIEGEL: Wer hat sie Ihnen gestellt?

NAUJOCKS: Heydrich, der Chef des Reichssicherheitshauptamtes. Anfang August 1939 wurde ich zu ihm bestellt. Er erklärte mir, daß die Teilung Polens zwischen Rußland und Deutschland eine beschlossene Sache ist und daß wir aus rein optischen Gründen gegenüber dem Ausland und dem deutschen Reichsgebiet die Schuld für die kommenden Dinge verlagern müßten. Dabei hätte ich einen Sonderauftrag auszuführen, der als Geheime Reichssache zu behandeln sei: Ich hatte zu einer ganz bestimmten Stunde, einem ganz bestimmten Tag auf einen Auslösungsbefehl hin den Sender kurzfristig zu besetzen, dafür Sorge zu tragen, daß in polnischer Sprache eine Brandrede durch den Rundfunk kommt...

SPIEGEL: Auslösungsbefehl?

NAUJOCKS: »Großmutter gestorben« war das Stichwort für die Auslösung der Aktion.

SPIEGEL: War der Ablauf der Aktion genau festgelegt?

NAUJOCKS: Heydrich hat mir praktisch insofern den Rahmen gestellt, als er sagte: 1. Zu dieser Geschichte haben Sie sich mit keiner deutschen Behörde in Gleiwitz in Verbindung zu setzen. 2. Niemand von Ihnen hat irgendwelche Ausweise bei sich zu führen, die auf Zugehörigkeit zur SS, SD, Polizei oder deutsche Reichsangehörigkeit hinweisen könnten. Richten Sie die Aktion so ein, daß die deutschen Behörden auf Ihre Aktion ganz normal reagieren. Dabei können wir gleichzeitig mal feststellen, wie lange es dauert, bis die Sicherheitsorgane aktiv werden.

SPIEGEL: War bei Ihrem Gespräch mit Heydrich auch schon davon die Rede, daß als augenfälliger Beweis des Überfalles ein toter »polnischer Insurgent« am Tatort zurückgelassen werden sollte?

NAUJOCKS: Nein. Da noch nicht. SPIEGEL: Wer hat sich das ausgedacht?

NAUJOCKS: Ich selbst habe damit gar nichts zu tun. Und ich kann Ihnen auch nicht sagen, wer auf diese Idee gekommen ist. Übrigens konnte dieses »Opfer des Überfalls« gar nicht im Interesse unserer Aktion liegen.

SPIEGEL: Wieso?

NAUJOCKS: Wir selber durften ja gegenüber den deutschen Behörden gar nicht in Erscheinung treten. Um einen Toten am Sender glaubwürdig zu machen, hätten wir doch eine Schießerei haben müssen, Verwicklungen mit deutscher Polizei. Solche Verwicklungen hatte ich aber befehlsgemäß zu vermeiden.

SPIEGEL: Mit dem Befehl Heydrichs setzten Sie sich also in Marsch, Richtung Gleiwitz.

NAUJOCKS: Ich hatte 48 Stunden Zeit, mich in Marsch zu setzen. Ich suchte mir ein paar Männer aus, sechs oder sieben ...

SPIEGEL: Alle aus dem SD?

NAUJOCKS: Nein, nicht nur aus dem SD. Wir mußten zum Beispiel jemand haben, der die Rede in polnischer Sprache hielt; der war zum Beispiel nicht aus dem SD. Außerdem brauchten wir Ortskundige.

SPIEGEL: Vermutlich auch Techniker?

NAUJOCKS: Ich mußte einen erstklassigen Rundfunktechniker dabeihaben, der in der Lage war, ganz kurzfristig in einem völlig fremden Sender eine laufende Sendung zu unterbrechen und das Mikrophon einzuschalten. Also, wir sind mit zwei Fahrzeugen von Berlin aus nach Gleiwitz gefahren und haben uns dort in zwei Hotels einquartiert, als ganz normale Zivilisten.

SPIEGEL: Haben Sie Ihre Leute noch geschult?

NAUJOCKS: Nein, es handelte sich um Männer, die es gewohnt waren, Befehle entgegenzunehmen und diese Befehle auszuführen. In der Beziehung waren wir ja ein halbsoldatisches Unternehmen.

SPIEGEL: Welche Vorkehrungen haben Sie selbst getroffen? Woher nahmen Sie den Text für die polnische Ansprache?

NAUJOCKS: Die habe ich selber verfaßt und dann übersetzen lassen... Für mich kam es in erster Linie darauf an, wie der Sender abgesichert war, ob wir da eindringen konnten, ohne daß gleich

eine Gegenaktion von deutscher Polizei erfolgt. Aber die Sicherungsmaßnahmen des Senders waren so lax, daß sie mir keine Sorge bereiteten.

SPIEGEL: Wie haben Sie das entdeckt?

NAUJOCKS: Ich habe das Gelände erkundet und speziell den Eingang. Überraschenderweise war keine Werkschutzpolizei vorhanden. Selbst das Tor wurde nur zeitweise von einem Pförtner bewacht. Das war also alles gar kein Problem.

SPIEGEL: Nach dem Krieg hieß es verschiedentlich, Sie hätten sich als Vertreter ausgegeben, um in den Sender zu kommen und ihn auszukundschaften . . .

NAUJOCKS: ... als Händler oder als Postbeamter - alles Erfindung. Keiner von uns hat vorher das Sendergelände betreten. Ich war aber darauf vorbereitet, als Händler getarnt den Sender zu erkunden, wenn es nötig gewesen wäre.

SPIEGEL: Sie haben dann auf das Stichwort aus Berlin gewartet?

NAUJOCKS: Ja, aber ein paar Tage vorher kam von Heydrich eine Vorwarnung: Ich möchte mich von jetzt ab stündlich für die Aktion bereithalten und hätte mich - am gleichen Tage noch - bei SS-Oberführer Müller zu melden.

SPIEGEL: Gestapo-Chef Müller?

NAUJOCKS: Ja, mit der Anweisung, Teilorder entgegenzunehmen. Müller war von Berlin nach Oppeln gekommen. In dem Gespräch mit ihm hörte ich dann zum erstenmal von »Konserven« - und von der Bedeutung dieses Wortes.

SPIEGEL: Das war die NS-Tarnbezeichnung für KZ-Häftlinge, die als

Beweis vorgetäuschter polnischer Überfälle im Grenzgebiet in tote »polnische Aufständische« verwandelt wurden.

NAUJOCKS: Ja. Müller hatte die Zentralleitung bekommen für die gesamte Aktion in dem Raum an der polnischen Grenze. Müller war der Leiter des Geheimen Staatspolizei-Amts. Und dem Geheimen Staatspolizei-Amt unterstanden die KZ. Müller konnte also von sich aus bereits entscheiden, wer ins KZ eingeliefert und wer entlassen wird. Da lag keine richterliche Entscheidung zugrunde.

SPIEGEL: Insofern ist es verwunderlich, daß später, im Nürnberger Prozeß, als Sie vernommen wurden, von »verurteilten Verbrechern« die Rede war.

NAUJOCKS: Müller hatte mir bei der Besprechung erklärt, daß es sich um Berufsverbrecher, handelte.

SPIEGEL: Gestapo-Chef Müller hat Ihnen also eröffnet...

NAUJOCKS: ... daß für die Aktion KZlinge als Konserven verwandt werden sollten. Und er hat mir erklärt: Sie erhalten für Ihre Aktion auch eine solche »Konserve« hingelegt.

SPIEGEL: In polnischer Uniform?

NAUJOCKS: Davon war anfangs die Rede. Ich konnte Müller aber klarmachen, daß wir in Gleiwitz keinen Uniformierten als Toten gebrauchen konnten. »Na schön«, sagte Müller, »dann bekommen Sie ihn eben in Zivil.«

SPIEGEL: Zu dieser Zeit lag der Zeitpunkt der Aktion aber noch nicht fest?

NAUJOCKS: Nein, Müller wartete ja für seine Aktion genauso auf das Auslösungsstichwort wie ich. Fest stand für uns in Gleiwitz nur die Uhrzeit: abends 20 Uhr. Erstens war es da um

20 Uhr dunkel, zweitens ist es die Zeit, in der die Leute alle zu Hause sind und auch Rundfunk hören. Auf der anderen Seite ist es wiederum noch nicht so spät, daß wir als Einzelgänger nachts irgendwie auffallen.

SPIEGEL: Wie sollte denn der KZ -Häftling herantransportiert werden?

NAUJOCKS: Müller hat mir erklärt: Sie beginnen Ihre Aktion um 20 Uhr, und in der Zeit zwischen 20 Uhr und 20.10 Uhr bringe ich Ihnen die Konserve an den Sender.

SPIEGEL: Hat Müller Ihnen gesagt, ob er eine lebende oder tote Konserve hinlegen lassen werde?

NAUJOCKS: Nein. Ich habe ihm zugesagt, daß ich zwei Mann draußen lasse bei der Aktion, die seinen Beauftragten den Zutritt zum Sendergelände ermöglichen.

SPIEGEL: Wann erhielten Sie dann grünes Licht für die Aktion?

NAUJOCKS: Am Nachmittag (31. August), glaube ich, gegen vier Uhr - Direktanruf von Heydrich. Er hat nur gesagt: »Bitte um Rückruf.« Dann habe ich angerufen in der Adjutantur und bin mit Heydrich verbunden worden, und Heydrich sagte: »Großmutter gestorben.« Das war klar.

SPIEGEL: Dann sind Sie gestartet.

NAUJOCKS: Punkt 20 Uhr waren wir im Sender. Es ging ganz programmgemäß. Wir drangen in den Sender ein und trieben das Personal unter Waffenbedrohung in den Keller. Einer unserer Leute bewachte sie dort. Es waren etwa sechs oder sieben Angestellte.

SPIEGEL: Es hatte keiner Gelegenheit, Alarm zu schlagen?

NAUJOCKS: Nein. Wir hatten MPs und Pistolen dabei. Und die Leute leisteten begreiflicherweise keinen Widerstand. Dann haben wir uns heiß gesucht, damit wir die Sendung durchbekamen.

SPIEGEL: Wonach gesucht?

NAUJOCKS: Nach dem Mikrophon.

SPIEGEL: Hatte Ihr Techniker Schwierigkeiten?

NAUJOCKS: Ja, er hatte Schwierigkeiten. Wir haben auch nur das Gewittermikrophon nehmen können, das jeder Sender damals hatte.

SPIEGEL: Später, nach dem Kriege, als sich Historiker mit dem Vorfall beschäftigten, kam die Version auf, daß Sie, beziehungsweise Ihr Kommando, sich bemühten, einen der in den Keller gebrachten Techniker dazu zu bringen, Ihnen zu erklären, wie man sich denn einschalten könne.

NAUJOCKS: Wir haben die Leute gefragt - auf polnisch: Wo ist das Gewittermikrophon? Und sie haben uns gesagt, wo es ist.

SPIEGEL: Haben Sie das Senderpersonal unter Druck gesetzt?

NAUJOCKS: Nein. Das war gar nicht nötig.

SPIEGEL: Haben Sie geschossen?

NAUJOCKS: Natürlich. Wir haben im Senderaum mit Pistolen geschossen. Wir haben ein paar Warnschüsse in die Decke abgegeben, um ein bißchen Krawall zu machen und die Leute einzuschüchtern. Während die Sendung lief, haben wir auch noch mal gefeuert.

SPIEGEL: Wann wurde die Sendung unterbrochen?

NAUJOCKS: Wir haben ungefähr 13 Minuten gebraucht bis zur Unterbrechung

der Sendung. Die Sendung von uns dauerte dann etwa vier Minuten: Und nach 20 Minuten waren wir wieder draußen, wie geplant.

SPIEGEL: Zuvor waren Sie in den Keller gegangen, um Ihren Mann abzuholen, der das Senderpersonal bewachte.

NAUJOCKS: Ich habe ihn abrufen lassen.

SPIEGEL: Wie? Wir fragen, weil nach dem Kriege die Version aufkam, der im Keller postierte SS-Mann sei absichtlich zurückgelassen und später, als er sich auf eigene Faust davonmachen wollte, von einem SD-Mann erschossen worden.

NAUJOCKS: Das ist barer Unsinn. Ich trug die. Verantwortung. Wäre bei dieser Aktion einer meiner Männer verletzt oder getötet worden, dann hätte ich das mit Sicherheit vor einem SS-Gericht verantworten müssen. Meine Männer sind alle nach Hause gekommen.

SPIEGEL: Wie wurde der Mann im Keller denn abberufen? Es ging einer runter

NAUJOCKS: ... und holte ihn rauf.

SPIEGEL: Sie?

NAUJOCKS: Nein, ich beauftragte einen meiner Männer. Und erst als ich meine Gruppe wieder zusammen hatte, verließ ich selbst als letzter den Sender.

SPIEGEL: Dann sahen Sie den Mann, den Ihnen die Gestapo als Konserve hinlegen wollte?

NAUJOCKS: Gleich neben dem Eingang habe ich diesen Mann liegen sehen. Ich war ja die ganze Zeit drinnen im Sender gewesen und wußte deshalb nicht, ob der Mann überhaupt gebracht worden war.

SPIEGEL: Hatten Sie ein Stichwort ausgemacht für die Übergabe?

NAUJOCKS: Ja. Ich weiß nicht mehr, welches - aber die beiden Leute, die ich draußen postiert hatte, kannten das Stichwort.

SPIEGEL: Der Mann lag im Dunkeln?

NAUJOCKS: Es war halbdunkel. Etwas vom Innenlicht strahlte nach draußen.

SPIEGEL: Haben Sie sich den Mann angeschaut?

NAUJOCKS: Ja, ich bin hingegangen und habe ihn mir angesehen.

SPIEGEL: Haben Sie feststellen können, ob er tot oder lebendig war?

NAUJOCKS: Dazu kann ich mit Sicherheit nichts sagen. Ich hatte ja auch kaum Zeit, das genauer zu untersuchen. Außerdem verspürte ich auch keine Neigung, dieser widerlichen Sache nachzugehen.

SPIEGEL: Sie hatten es eilig.

NAUJOCKS: Ich war froh, daß alles glatt gegangen war. Mir kam es jetzt auf jede Minute an, vom Sendergelände wegzukommen, ohne daß wir in Schwierigkeiten geraten.

SPIEGEL: War der Mann, den Sie fanden, blutig?

NAUJOCKS: Das war ganz klar zu sehen. Das ganze Gesicht war blutverschmiert.

SPIEGEL: Was sagten denn die beiden anderen Leute, die den Häftling von der Gestapo in Empfang genommen hatten?

NAUJOCKS: Die haben mir später erzählt, daß ein Auto mit zwei Mann gekommen sei. Die Gestapo-Leute nannten das Stichwort und fragten: »Wo ist der Eingang?« Und dort haben sie den

Mann dann hingelegt. Dann sind sie wieder abgefahren.

SPIEGEL: Halten Sie es für denkbar, daß einer Ihrer Untergebenen auf den hingelegten KZ-Häftling geschossen hat?

NAUJOCKS: Nein. Ich bin sicher, daß es nicht so gewesen ist.

SPIEGEL: Der sowjetzonale Defa-Film »Der Fall Gleiwitz«, der jetzt in einigen westdeutschen Filmklubs zu sehen ist, gibt Sie als Todesschützen an.

NAUJOCKS: Die Vorwürfe oder Anwürfe treffen mich nicht im entferntesten. Ich habe dazu zu sagen: Diese gesamte Konstruktion der Defa ist grundfalsch. Und ich habe versucht, Ihnen klarzumachen, warum es in der gesamten Konstruktion auch grundfalsch sein muß.

SPIEGEL: Aber wer war der Todesschütze? Was ist Ihre private Theorie?

NAUJOCKS: Darauf kann ich Ihnen überhaupt keine Antwort geben, weil ich nicht einmal weiß, ob dieser Mann dort wirklich erschossen wurde oder ob er beispielsweise durch eine Injektion getötet wurde.

SPIEGEL: Aha, die Injektionen! Sie sagten später in Nürnberg aus, daß KZ - Häftlinge durch Spritzen betäubt oder sogar getötet worden seien, ehe sie als Konserven dienen mußten.

NAUJOCKS: Das erfuhr ich aus dem Gespräch zwischen Müller und dem - ich habe den Namen vergessen - Mann, der die Gestapo-Aktion dort leitete. Ich hörte, daß die KZler alle Spritzen bekommen würden.

SPIEGEL: Wohin sind Sie unmittelbar nach der Aktion gegangen, direkt zurück nach Berlin?

NAUJOCKS: Nein. Die Nacht haben wir noch im Hotel verbracht.

SPIEGEL: Haben Sie Vollzugsmeldung nach Berlin durchgegeben?

NAUJOCKS: Ja, natürlich. Und dabei gab es mächtigen Ärger mit meinem damaligen Chef Heydrich.

SPIEGEL: Wieso?

NAUJOCKS: Wegen der Sendung. Heydrich hat sie selbst gar nicht gehört. Er hatte in Berlin gesessen und Gleiwitz eingeschaltet. Aber er hatte nichts gehört, und die Aktionszeit war längst vorüber.

SPIEGEL: Wie kam das?

NAUJOCKS: Es war nur ein schwacher Lokalsender, der das Programm des Breslauer Senders auf gleicher Frequenz ausstrahlte. Wer in Berlin auf Gleiwitz einschaltete, hörte Breslau.

SPIEGEL: Und das war Herrn Heydrich nicht bekannt...

NAUJOCKS: Es war auch mir nicht bekannt. Und als ich ihn anrief und sagte, es ist alles einwandfrei gelaufen, hat er mich angefahren: »Sie lügen, ich habe die ganze Zeit gewartet!«

SPIEGEL: Eine Frage noch: Was hätten Sie getan, wenn das technische Personal nicht die Hände hochgehoben, sondern Widerstand geleistet hätte?

NAUJOCKS: Das ist eine sehr theoretische Frage - wie der Verlauf gezeigt hat. Aber im Prinzip hätten wir wohl oder übel den Widerstand brechen müssen.

SPIEGEL: Wurde bei dem Handstreich jemand geprügelt - das wurde später auch behauptet?

NAUJOCKS: Gar nicht, überhaupt nicht. Es ist kein Mensch geprügelt worden.

SPIEGEL: War es Ihnen verboten worden, auf Deutsche zu schießen?

NAUJOCKS: Kein Schießverbot. Aber es war sonnenklar, daß bei dieser Aktion nichts Derartiges passieren durfte. Es handelte sich um eine hochpolitische Aufgabe, die befehlsgemäß durchgeführt wurde.

NS-Zeitungsmeldungen zum Gleiwitz-Überfall: Das Stichwort kam aus Berlin

Heydrich (r.}, Adjutant: »Die Schuld...

... muß verlagert werden«

Film-Naujocks (l.)*: Polnische Stimmen...

* Hannjo Hasse in dem Defa-Film »Der Fall Gleiwitz«.

... unterbrachen das Programm

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