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IRAK GSG 9 fliegt

aus DER SPIEGEL 18/2004

Nach dem tödlichen Anschlag auf den deutschen Konvoi bei Falludscha hat nun die Bundesregierung neue GSG-9-Kräfte zum Schutz der deutschen Botschaft mit dem Flugzeug nach Bagdad verlegt. Beim ersten Personalwechsel nach dem Angriff tauschte das Innenministerium die drei Elite-Polizisten aus, die den Aufständischen, anders als ihre Kollegen Tobias Retterath und Thomas H., noch knapp entkommen konnten. Mit welcher Fluggesellschaft das Ministerium die Beamten ein- und ausfliegen ließ, blieb vergangene Woche offen. Bisher hatte die Bundesregierung argumentiert, die in den Hinterhalt geratenen GSG-9-Männer seien vor Ostern deshalb mit dem Auto von Amman nach Bagdad gefahren, weil kein Flieger die Beamten wegen der mitgeführten Waffen mitnehme. Aus Regierungskreisen hieß es, auf Grund der starken psychischen Belastung und aus Sicherheitsgründen habe man den drei überlebenden Beamten nun eine erneute Autofahrt ersparen wollen; ein Teil der Ausrüstung sei in Bagdad geblieben.

Gleichzeitig verstärken sich die Hinweise auf eine Fehleinschätzung der Lage durch den GSG-9-Truppführer H., eines der beiden Opfer. H. hatte sich vor der Abfahrt bei Diplomaten und Angehörigen des Bundesnachrichtendienstes in Amman danach erkundigt, wie riskant die Reise nach Beginn der US-Offensive gegen die Sunniten-Hochburg Falludscha sei. Dabei sei von der Tour abgeraten worden, heißt es in Sicherheitskreisen. Gleichwohl brach die Gruppe, die wegen eines Sandsturms und technischer Schwierigkeiten an zwei Autos bereits fünf Tage Verspätung hatte, aus Jordanien auf.

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