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UMWELT Gute Brutrate

aus DER SPIEGEL 43/1997

Ziemlich unbeeindruckt hat ein Bestand von Großtrappen den Neubau der ICE-Strecke Hannover-Berlin überstanden. Um die vom Aussterben bedrohten Großvögel zu schützen, hatten die Deutsche Bahn AG und der Naturschutzbund Deutschland einen teuren Katalog »ökologischer Begleitmaßnahmen«, etwa Erdwälle, sowie ein Nachtbauverbot vereinbart. Wie ein jetzt vom Naturschutzbund vorgelegter Bericht zeigt, hat es entlang der Schnellbahntrasse »keine baubedingten Störungen« der Vogelpopulation gegeben. Im Gegenteil: 1996 erwies sich als »überdurchschnittlich erfolgreiches Brutjahr« für die Trappen. Die »Befruchtungsrate der Eier«, ein Maßstab für die »Effektivität des Balzgeschehens«, lag mehr als ein Zehntel über dem langjährigen Mittelwert. Auch bei der Auswahl der »winterlichen Äsungsplätze« links und rechts der neuen ICE-Trasse haben sich die Trappen an der Bahn-Baustelle nicht irritieren lassen.

Der Erfolg ist teuer erkauft. Für jeden der 26 Vögel schlug die Aktion mit rund einer Million Mark zu Buche. Der Naturschutzbund sieht darin ein »Erfolgsmodell« und will sich auch künftig seine Einspruchsrechte bei Großprojekten gleichsam abkaufen lassen - zugunsten der Natur.

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