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Haar-Styling am Monitor

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aus DER SPIEGEL 2/1985

Der erste Frisiersalon ohne Spiegel ist im Alt-Münchner Stadtteil Haidhausen eröffnet worden. Frau ohne Spiegel? Bei »Rosana« sitzt die Kundin mit dem Rücken zur Wand und verfolgt, von einem Spotlight ausgeleuchtet, die Prozedur mittels Videokamera und TV-Schirm. Der Urheber des Tele-Salons, der 32jährige Designer und Performance-Künstler Wolfgang Flatz, versteht das als »Inszenierung einer Arbeitsplatz-Situation«, der Geschäftsraum wird zum »Environment«. Den Fußboden des Etablissements belegte Flatz mit Münchner Gehwegplatten, technische Einzelheiten wie beispielsweise die Kippvorrichtung der Haarwaschbecken legte er frei, den offen hängenden blauen Abfallsack hält er für einen wesentlichen Bestandteil seiner Inszenierung. Bis auf die nierenförmige Theke, eine rosa Trockenhaube aus den 50er Jahren und eine Sitzgruppe des amerikanischen Designers Harry Bertoia hat Flatz alle Gegenstände des Salons selber entworfen, Ascher und Kleiderhaken inbegriffen.

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