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Briefe

Häretiker und Obskuranten
aus DER SPIEGEL 52/1999

Häretiker und Obskuranten

Nr. 50/1999, Religion: SPIEGEL-Gespräch mit dem evangelischen Neutestamentler Andreas Lindemann über die Jesus-Forschung

An dem Gespräch mit Professor Lindemann gefiel mir dessen Einstellung, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Person Jesus und seinem Umfeld wenig oder vielleicht sogar nichts mit dem christlichen Glauben, der religiösen Auseinandersetzung mit Christus zu tun hat.

BERLIN KARL-HANS GEHR

Es ist vermutlich schwer zu verstehen, aber obwohl die Evangelien nicht von SPIEGEL-Reportern der Antike verfasst worden sind, steht in ihnen doch mehr Wahrheit als im SPIEGEL.

BORCHEN (NRDRH.-WESTF.) CLAUDIA AUFFENBERG

Auch einer, der massenweise für Kirchenaustritte sorgt; als Professor auch mittelbar. Zu Recht, meine ich. Wenn aus solchem »Holz« die künftigen Pfarrer »geschnitzt« werden, ist jede Minute vertan, die man bei oder für »Kirchens« einbringt. Aber die Gemeinde Jesu, sie lebt und bleibt.

STEINEN (BAD.-WÜRTT.) H. UND K. LEHMANN

Werner Harenberg und Manfred Müller wiederholen den uralten Fehler, Glauben durch rationale Argumente in Frage stellen zu wollen. Entweder ich glaube, dann glaube ich trotz der Widersprüche. Oder ich glaube nicht, dann habe ich auch keine glaubhafte Deutung des Unerklärlichen, der Schöpfung.

ASHAUSEN (NIEDERS.) FRITZ HULLEN

Was bleibt als Basis für den Glauben? Die Aussagen der »Urchristen«, die wie alle Menschen dem Irrtum und der Täuschung unterliegen, über das, was sie nach dem Tode Jesu erlebt haben wollen. Also die Aussagen derer, die im Nachhinein aus dem jüdischen Wanderprediger Jesus den Welterlöser Christus gemacht haben. Wenn das nicht reinste Mythologie ist, was dann?

WIESBADEN DR. TRAUGOTT FLAMM

Es ist mir als Jude unverständlich, warum sich die Kirche so schwer tut mit der »Jungfrauengeburt«. Wenn Kirchen, Päpste und Theologen die »Jungfrauengeburt« beständig und unbelehrsam biologisch missdeuten, dann enthüllen sie sich, was die biblische Theologie betrifft, als hartnäckige Häretiker und, was die Biologie betrifft, als unverbesserliche Obskuranten. Selbstverständlich verdankt der Jude Jesus seine biologische Existenz einem ganz normalen, milliardenhaft stattfindenden menschlichsexuellen Geschehen zwischen der Jüdin Mirjam und welchem Mann auch immer.

BONN MICHAEL D. DÜLLMANN

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