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RECYCLING Halbierte Kosten?

aus DER SPIEGEL 32/2000

Erstmals muss der Müllentsorgungs-Monopolist Duales System Deutschland (DSD) mit flächendeckender Konkurrenz in einem Bundesland rechnen. In den nächsten Wochen will der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) bekannt geben, ob er ein weiteres Recycling-System für Verpackungsmüll zulässt. Ein positiver Bescheid gilt als wahrscheinlich. Herausforderer des DSD ist die Landbell AG in Mainz, deren Recycling-Verfahren auch die in Hessen mitregierende FDP befürwortet. Nahe Gießen im Lahn-Dill-Kreis betreibt die Firma seit 1998 ein Pilotprojekt. Inzwischen haben 26 der 29 hessischen Landkreise und kreisfreien Städte Interesse an dem neuen Entsorgungssystem angemeldet. Zurzeit bietet nur die Firma mit dem Grünen Punkt dem Handel an, das gesetzlich vorgeschriebene Recycling von Verpackungen zu übernehmen. Das DSD kassiert dafür jährlich rund vier Milliarden Mark. Der Vorstandsvorsitzende von Landbell, Wolfgang Schertz, verspricht nun eine Halbierung der Kosten. Sollte der hessische Umweltminister den Weg für die Mainzer Entsorger freimachen, will DSD-Chef Wolfram Brück vor Gericht ziehen: »Das Landbell-System ist mit der Verpackungsverordnung nicht vereinbar.«

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