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FERNSEHEN »Hand drauf«

Margit Tetz, 49, Sozialpädagogin und ehemalige Doktor-Sommer-Beichtmutter von »Bravo«, über ihr Fernsehdebüt als »Jugendberaterin« auf ProSieben, werktags um 15 Uhr
aus DER SPIEGEL 49/2002

SPIEGEL: Wie wollen Sie die Doktor-Sommer-Sexaufklärung ins Fernsehen übertragen?

Tetz: Laiendarsteller werden Probleme wie sexuellen Leistungsdruck schildern. Ich werde daneben stehen, mit ihnen den Fall diskutieren und Lösungsmöglichkeiten vorschlagen. Manche Beispiele sind aus unserem »Bravo«-Fundus. Meist haben sich die Jugendlichen nicht getraut, die Eltern zu fragen.

SPIEGEL: Und nun soll Ihre Show, ab diesem Montag auf ProSieben ausgestrahlt, vor johlendem Studio-Publikum den Problemlöser bieten?

Tetz: Zu harsche Reaktionen des Publikums werden rausgeschnitten. Wir wollen keine Fernsehschlacht, sondern uns auf die Fälle konzentrieren.

SPIEGEL: Typische Doktor-Sommer-Probleme sind doch meist Fragen der Güteklasse: »Kann ich vom Petting schwanger werden?«

Tetz: So ein medizinisches Thema würde wohl eher in der Sendung »Dr. Verena Breitenbach« besprochen, die nach uns läuft. Wir werden zwar einige Themen fürs Fernsehen zuspitzen, aber da soll keiner der Darsteller die Hosen runterlassen müssen. Da hab ich schon meine Hand drauf.

SPIEGEL: »Dr. Verena Breitenbach« hat ähnlich magere Quoten wie zuletzt der Talk »Absolut Schlegl« des Moderators Tobias Schlegl, den Sie nun ersetzen. Ihr Marktanteil sollte über zehn Prozent in der jugendlichen Zielgruppe liegen. Wie wollen Sie das schaffen?

Tetz: Es war auch nie so, dass die Auflage von »Bravo« meine Arbeit beeinflusst hätte.

SPIEGEL: Das könnte beim Fernsehen anders sein. Den Leistungsdruck bekommen Sie ja bereits jetzt zu spüren: Sie müssen täglich mehrere Sendungen vorproduzieren und arbeiten bis in die Nacht.

Tetz: Ja, aber das ist in so einer Phase wohl normal. Das Damoklesschwert der Quote wenigstens spüre ich noch nicht.

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