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Hans A. Engelhard

aus DER SPIEGEL 20/1988

Hans A. Engelhard, 53, Bundesminister der Justiz, machte sich in Versform für zwei Übeltäter stark. Der Jurist Jörg-Michael Günther hatte in seinem Buch »Der Fall Max & Moritz - Juristisches Gutachten über die Umtriebe zweier jugendlicher Straftäter zur Warnung für Eltern und Pädagogen« (Abb., Eichborn-Verlag, Frankfurt) den bösen Buben eine ganze Latte strafrechtlich relevanter Verfehlungen nachgewiesen. Auf die Anfrage des Verlegers Vito von Eichborn, ob Wilhelm Buschs »Machwerk endlich verboten (oder doch zumindest als jugendgefährdend eingestuft) werden sollte«, reimte der Bonner Minister holprig, aber streng nach dem Grundsatz »Im Zweifel für den Angeklagten": »Wie dem auch sei,/möcht'ich als großes Kind/ den Wilhelm Busch nicht missen,/ auch nicht verstecken unterm Kissen/ und bin - für diesen Fall - auf beiden Augen blind.« Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann, 62, erkannte zwar in einem Gegengutachten die Problematik des Busch-Werks ("'Der Dritte Streich, ... sägen heimlich mit der Säge, ... voller Tücke, in die Brücke eine Lücke' ist von koalitionspolitischer Brisanz; Stege 'übers Wasser', auch über Tümpel - mit und ohne Kröteriche -, sind in Bonn z.Zt. nicht besonders beliebt"), riet aber zur Gelassenheit: »Lieber ignorieren als indizieren.«

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