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Gestorben Hans-Joachim Jentsch, 83

aus DER SPIEGEL 14/2021
Foto:

Uli Deck / dpa

Er machte Karriere in allen drei Staatsgewalten: Hans-Joachim Jentsch war von 1996 bis 2005 Richter des Bundesverfassungsgerichts, davor Rechtsanwalt, Bundestagsabgeordneter der CDU, Oberbürgermeister von Wiesbaden, Abgeordneter des hessischen Landtags und Justizminister von Thüringen. Jentsch war ein feiner, zurückhaltender Mensch. Ellbogen einzusetzen oder auf Positionen zu beharren, das war ihm fremd. Nur ein Sondervotum ist von ihm als Verfassungsrichter bekannt – 2005 zur Vertrauensfrage durch den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Jentsch lehnte dieses »konstruierte Misstrauen« ab, wurde aber überstimmt. Wie uneigennützig er sein konnte, zeigte Jentsch in seinem letzten Urteil, in dem das Gericht billigte, dass der Staat die Beamtenpensionen um rund fünf Prozent absenkt. Jentsch war davon selbst betroffen: Am Folgetag trat er in den Ruhestand. Hans-Joachim Jentsch starb am 28. März.

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