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Harter Test für US-Luftwaffe bei Manöver in Bitburg

aus DER SPIEGEL 3/1989

Im übernächsten Jahr wird der amerikanische Luftwaffenstützpunkt Bitburg in der Bundesrepublik vorübergehend zerstört werden - von Amerikanern. Ingenieure werden Krater in die Start- und Landebahnen sprengen, Kraftstoff- und elektrische Leitungen unterbrechen und das Trinkwasser verseuchen. Armee-Einheiten werden angreifen und versuchen, dem schwerbeschädigten Fliegerhorst den Rest zu geben. Erhofftes Ziel des geplanten Manövers Constant Demo '91 soll die Klärung der Frage sein, ob die US-Luftwaffe den Großteil ihrer Flugzeuge künftig aus der Bundesrepublik und damit aus der Frontnähe zurückziehen müsse, was eine radikale (und teure) Änderung des Nato-Verteidigungskonzepts zur Folge hätte. Vor allem Armee und Marineinfanterie, die mit der Air Force konkurrieren, zweifeln an der Überlebensfähigkeit von Luftwaffeneinheiten, die in der Nähe eines möglichen Kriegsschauplatzes stationiert sind. Die beiden Teilstreitkräfte haben sich angesichts bevorstehender Kürzungen im Verteidigungsbudget auf die Air Force eingeschossen - teilweise mit Erfolg: Im neuen Pentagon-Haushaltsplan findet sich der Auftrag an den künftigen Verteidigungsminister, zu prüfen, ob die Verantwortung für die Luftunterstützung von Bodentruppen künftig der Air Force entzogen und der Armee zugeschanzt werden soll. Ein Offizier des Marinekorps schlug sogar vor, aus Ersparnisgründen die Luftwaffe als eigenständige Teilstreitkraft abzuschaffen.

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