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Briefe

Hat Spaß gemacht
aus DER SPIEGEL 7/1999

Hat Spaß gemacht

Nr. 5/1999, Sexualität: Frauen gehen von Natur aus fremd

Obwohl es mehr Schülerinnen, Abiturientinnen, Studentinnen, Bürgerinnen, weibliche Menschen gibt als männliche, schreiben SPIEGEL-Verfasser nur immer in der männlichen Form, es sei denn, es läßt sich nun gar nicht mehr verallgemeinern. Nach dem Motto: 100 Leserinnen und ein Leser sind 101 Leser. Auch bei den Jägern und Sammlern kommen Frauen ja nicht vor in Ihrem Artikel. Wie haben die denn ihre Gene weitergegeben? Es ist doch längst wissenschaftlich erwiesen, daß die von Männern betriebene Großwildjagd überaus selten stattfand im Vergleich zu den lebensnotwendigen, häufigen Kleinwildjagden, bei denen die Frauen aktiv waren und dafür auch die ersten Netze fertigten. Das gleiche gilt fürs Sammeln, das hauptsächlich von den Frauen erledigt wurde, wie es heute ja immer noch in vielen ärmeren Ländern der Fall ist.

AATHAL-SEEGRÄBEN (SCHWEIZ)

GABRIELE SELL-PALLMANN

Na prima! Schon lange war mir die ewig gleiche Leier der Evolutionsbiologen ein Dorn im Auge. Denn das, was da immer über die Frauen und deren Sexualität gesagt und vom SPIEGEL gern aufgegriffen wurde, stimmte so gar nicht mit meiner erlebten Wirklichkeit überein. Wir könnten es also auch so sehen: Wenn ich mich bemühe, für alle meine Kinder einen anderen biologischen Vater zu bekommen, gebe ich ihnen doch ein Optimum an genetischer Vielfalt mit und verringere damit das Risiko, daß alle meine Kinder den gleichen genetischen Fehler haben. So könnte dann das eine Kind ein Fußballstar, das andere eine Physikerin und das nächste vielleicht Opernsängerin werden. Wenn das vierte dann »nur« ein Müllmann wird, ist das unter »genetischer Mißgriff, hat aber Spaß gemacht« abzubuchen. Ein Ernährer wird sich schon finden, und mehr Spaß macht diese Variante ohnehin.

HAMBURG MILENA ROBBERS

Im sogenannten Kampf der Geschlechter grenzt es (aus Sicht der Männer) fast schon an unlauteren Wettbewerb, wenn Frauen die größeren sexuellen Aktivitäten zugeschrieben werden. Wo bleiben denn da die Argumentationshilfen für die männlichen Seitensprünge? Das wird auch US-Präsident Bill Clinton nicht freuen, daß nicht er die treibende Kraft, sondern nur das bemitleidenswerte Opfer einer außerpaarig orientierten Praktikantin namens Monica Lewinsky war.

NÜRNBERG PETER WACHTER

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