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Hausmitteilung Hausbesetzer / Indien / Moria

aus DER SPIEGEL 40/2020
Lehberger, Siemens in Berlin

Lehberger, Siemens in Berlin

Foto: Hermann Bredehorst / DER SPIEGEL

Im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg stehen zwei teilbesetzte Häuser, aus denen heraus Nachbarn bedroht und angegriffen werden. Die Polizei tut überraschend wenig gegen die Linksextremen, die Berliner Politik auch. Warum das so ist, recherchierten die SPIEGEL-Redakteure Roman Lehberger und Ansgar Siemens. Die beiden sprachen dafür mit allen, die mit ihnen sprechen wollten – mit Anwohnern, Polizisten, dem Innensenator Andreas Geisel (SPD) und einem Investor, der aus Angst um sein Leben anonym bleiben will. Die Besetzer aus den Häusern in der Rigaer- und der Liebigstraße verweigern jedes Gespräch, ebenso die grüne Bundestagsabgeordnete Canam Bayram, die so etwas ist wie die Stimme der Hausbesetzer im deutschen Parlament. Siemens: »Möglicherweise fürchtet sie, ihre Wähler in dem Bezirk zu verärgern.« Schon im Januar veröffentlichten die Hausbesetzer im Internet eine Art Steckbrief, in dem sie vor Treffen mit den beiden Redakteuren warnten. zum Artikel 

SPIEGEL-Korrespondentin Laura Höflinger lebt und arbeitet in Indien, wo sich das Coronavirus erschreckend schnell verbreitet. Wohl schon im Oktober wird Indien die USA, zurzeit noch die Nummer eins im globalen Corona-Ranking, überholen. Die Pandemie trifft die Wirtschaft des Landes in einer kritischen Phase. Höflinger sprach mit Ärzten, Unternehmern und anderen Mitgliedern der aufstrebenden Mittelklasse über das Leben mit der Pandemie, über die rigorosen Maßnahmen der Regierung, über die Zukunftsaussichten. Wie schwierig der Kampf gegen das Virus ist, erfuhr Höflinger auch von ihrer Nachbarin, die sich damit angesteckt hat. Diese berichtete, dass der Labormitarbeiter, der sie testete, erst in ihrer Wohnung die Schutzkleidung anzog. Seine Begründung: Er werde sonst zu oft fortgeschickt, weil die Leute Angst hätten, dass ihre Nachbarn von der möglichen Infektion erfahren. Höflinger: »Das soziale Stigma sorgt mit dafür, dass sich das Virus rasant in Indien ausbreitet.« zum Artikel 

Rund 13 000 Menschen wurden durch die Brände im Flüchtlingslager Moria obdachlos, sie kampierten tagelang auf den Straßen und in den Olivenhainen von Lesbos. SPIEGEL-Redakteur Max Polonyi und Fotograf Philipp Spalek begleiteten in den Tagen nach dem Feuer den 16-jährigen Afghanen Yaser Taheri, der fast neun Monate lang in Moria lebte – und nun mit seiner Familie in ein anderes Lager übersiedelte. Sie wurden immer wieder von griechischen Sicherheitskräften gestoppt und befragt. Die Polizisten versuchten ganz offenbar, Journalisten von Räumungsaktionen fernzuhalten. Bei einer dieser Begegnungen verlangte ein Offizier des Militärs, Spaleks Kamera zu überprüfen. Er wollte sichergehen, dass sich darauf keine Fotos befinden, die den Sicherheitskräften Probleme bereiten könnten. Der Fotograf kam der Aufforderung nach, der Soldat scrollte durch die Aufnahmen, sah aber nur Bilder von Badenden in einem Hotelpool. Spalek hatte die Speicherkarte vorsorglich ausgetauscht. zum Artikel 

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