Zur Ausgabe
Artikel 4 / 133
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Hausmitteilung HAUSMITTEILUNG 16. November 1998 Japan

aus DER SPIEGEL 47/1998

Im Westen der japanischen Hauptstadt Tokio liegt das Gefängnis Fuchu. Es ist ein bedrückender Ort. Folter, Drill und Schikane sind Alltag, die Häftlinge werden »wie Tiere« gehalten, so Amnesty International. 2300 Menschen sitzen und arbeiten dort ihre Strafe ab, darunter 450 Ausländer. Der Deutsche Jürgen Knobel, 47, war einer von ihnen. Mehr als ein Jahr lang hat SPIEGEL-Redakteur Wieland Wagner, 39, versucht, an den Gefangenen heranzukommen. Erst als Knobel im September in Abschiebehaft kam, gelang dies kurz unter strenger Aufsicht. So erfuhr Wagner, wann der Deutsche abgeschoben werden sollte, und konnte mit ins Flugzeug steigen. Das japanische Bodenpersonal erklärte den SPIEGEL-Mann unversehens zur »offiziellen Begleitperson« und fragte ihn höflich, ob er bereit sei zu vermitteln, falls der »Verbrecher« an Bord randalieren würde. Auf dem Flug von Tokio nach Frankfurt erzählte Knobel seine Geschichte (Seite 208). Wagner konnte wenig später selbst den Knast Fuchu besichtigen. Nach vielen tiefen Verbeugungen und unzähligen Telefonaten ließ man ihn »ausnahmsweise« rein. Sein Fazit: »Knobels Bericht ist absolut glaubwürdig.«

Zur Ausgabe
Artikel 4 / 133
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.