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Hausmitteilung HAUSMITTEILUNG 23. März 1998 Ostdeutschland

aus DER SPIEGEL 13/1998

Quo vadis, deutscher Osten? »National befreite Zonen« werden ausgerufen, Musikgruppen nennen sich »Sturmwehr« und »Foierstoss«, Nazi-Glatzen prügeln und töten Ausländer, Barbarisches bricht auf. In einer flächendeckenden Aktion hat das Ressort Deutschland II vier SPIEGEL-Leute vor Ort geschickt, um Fakten zu sammeln und Analysen über die Jugend Ost zu stellen; an den vieren ging der Trip in Tristesse und Terror nicht spurlos vorüber. Susanne Koelbl, 32, bemerkte einen »historischen Umbruch in der Gesellschaft, dessen Wucht und Härte im Westen noch überhaupt nicht gesehen wird«. Walter Mayr, 36, war tief erschreckt über Zwölfjährige, die sich brüsten: »Wir ziehen durchs ,Ghetto' und schreien Sieg Heil.« Uwe Klußmann, 36, traf auf einen »kühlen Intellektuellen, der Fremdenhaß für seine politische Strategie instrumentalisiert«. Und Stefan Berg, 34, aus der DDR stammend, war »fassungslos über die Dumpfheit vieler Landsleute, die Hitler und Honecker im positiven Sinne« auf eine Ebene stellten. »Ja, wir sind Barbaren, wir wollen es sein. Wir sind es, die die Welt verjüngen werden": Adolf Hitler im Jahre 1933. Eisberg voraus? (Seite 52).

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