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aus DER SPIEGEL 9/2010

Ein schwerer Schlag sei die Affäre, so klagte etwa der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, 57, SPIEGEL-Redakteur René Pfister, 36, sein Leid; und der konnte nur zustimmen. Selten zuvor hatte der SPIEGEL-Mann die Partei in solchem Aufruhr erlebt wie in diesen Tagen, und er hatte diesen Aufruhr mit ausgelöst. Unterlagen, die ein Informant ihm zugespielt hatte, belegen, dass die Christdemokraten in Nordrhein-Westfalen über Jahre versuchten, zahlungskräftigen Sponsoren »Einzelgespräche« mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, 58, zu verkaufen. Kaum war der Artikel gedruckt, brach ein Sturm los. Auf den Tischen der Bundestagsabgeordneten stapelten sich Briefe und Mail-Ausdrucke empörter Anhänger, die sich über einen »Ministerpräsidenten zum Mieten« erregten, Rüttgers' Generalsekretär Hendrik Wüst, 34, musste gehen. Ausgestanden ist die Affäre damit noch nicht - sie ändert vorerst nur Schauplatz und Personal: SPIEGEL-Redakteur Andreas Wassermann, 47, fand heraus, dass ebenso die Sachsen-CDU Gespräche mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich, 50, feilbot. Und es fanden sich auch Firmen, die die Offerte annahmen (Seite 18).

Missing in action«, verschollen im Kampf, so nennen die Amerikaner es, wenn einer ihrer Soldaten vom Einsatz nicht zurückkehrt. Seit dem Zweiten Weltkrieg hatte es in Deutschland keinen solchen Fall gegeben - bis im April 2004 der GSG-9-Mann Thomas Hafenecker in einem Hinterhalt im Irak, in der Nähe der Stadt Falludscha, starb; seine Leiche ist bis heute unauffindbar. Die SPIEGEL-Redakteure Jürgen Dahlkamp, 44, und Holger Stark, 39, spürten dem Fall gleich nach dem Tod des Elitepolizisten nach. Sie verfolgten akribisch alle Schritte, die die Bundesregierung unternahm, um Hafeneckers sterbliche Überreste zu finden - und sie erlebten die Hilflosigkeit angesichts der Zustände im Irak. Dahlkamp hielt jahrelang den Kontakt zu Hafeneckers Vater. Die SPIEGEL-Redakteure begegneten einem zutiefst getroffenen Mann. »Dass der Staat ihm nicht helfen kann, seinen Sohn wiederzufinden«, sagt Dahlkamp, »kann der Vater nicht verwinden« (Seite 38).

An der Aktion »Studenten-Pisa« von SPIEGEL ONLINE und StudiVZ, dem wohl größten Wissenstest dieser Art, hatten sich im vergangenen Jahr mehr als 600 000 Leser beteiligt - und nur 26 Teilnehmer konnten alle Testfragen richtig beantworten. Verantwortlich für den Fragebogen zeichnete ein Team von SPIEGEL-Journalisten aller Ressorts, das nun unter Federführung von Martin Doerry, 54, und Markus Verbeet, 35, erneut wagemutige Leser auf die Probe stellt, diesmal in Buchform: »Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung? Der große Wissenstest« lautet der Titel, 150 Fragen werden gestellt. Und nicht alle sind so einfach wie etwa die nach der Zahl der Fraktionen im Bundestag (Antwort: fünf) oder die nach dem Namen des aktuellen Uno-Generalsekretärs (Ban Ki Moon). Und wer sich seiner Sache nicht ganz sicher ist, der findet im Anhang sämtliche Antworten (KiWi Paperback, 5 Euro).

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