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Hausmitteilung Hausmitteilung Berlin

aus DER SPIEGEL 46/1989

In der Nacht, die Deutschland auf wundersame Weise um den Schlaf gebracht hat, in Berlins umwerfender »Nacht der offenen Tür« arbeitete die SPIEGEL-Redaktionsvertretung Berlin (West) beiderseits der Mauer. Redakteur Wolfgang Bayer begleitete den Regierenden Bürgermeister Walter Momper in dessen Dienstwagen zur Mauer. In einer Wachstube der West-Berliner Polizei wurde Bayer Ohrenzeuge, wie Momper gegen 0.30 Uhr die Gesandten der alliierten Schutzmächte aus dem Schlaf klingelte und auf die Risiken des deutsch-deutschen Emotionensturms hinwies: »Wir müssen achtgeben, sonst ist die Hölle los.«

Christian Habbe beobachtete in Ost und West die Berliner Wiederverbrüderung, von den Freudentänzen unterm Brandenburger Tor bis zur West-Berliner Masseninvasion des Ostsektors am Übergang Invalidenstraße. Auf dem Eilrückmarsch in die Redaktion nahm er angesichts des hoffnungslos verstopften Durchlasses den einzigen Weg, der in dieser Nacht problemlos zu passieren war: Zusammen mit Hunderten anderer Grenzgänger überstieg er die Mauer.

Karl Heinz Krüger, Ur-Berliner, der die Eroberung der Stadt durch die sowjetischen Truppen ebenso miterlebt hat wie den Ost-Berliner Aufstand am 17. Juni 1953 und den Mauerbau am 13. August 1961, geriet mitten in die Ovationen für den Ku'damm-Korso der Ostbesucher. Wie viele der Trabi- und Wartburg-Fahrer konnte er »manchmal die Tränen kaum zurückhalten« (SPIEGEL-Titel Seite 18).

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