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Hausmitteilung Hausmitteilung Betr. : Psychoanalyse

aus DER SPIEGEL 14/1995

Der Streit begann lange vor dem Tag, an dem das Streitgespräch stattfand: Wolfgang Mertens, Psychoanalytiker und Professor in München, und Klaus Grawe, Professor in Bern und Analyse-Kritiker, konnten sich über den Austragungsort ihres Wortgefechts nicht einigen. Beide Herren sahen sich zunächst außerstande, in den Wohnort des jeweils anderen zu kommen - aus reiner Zeitnot, versteht sich. Zwischen Bern und München, so schien es, lag eine ganze Welt, und die Korrespondenz war äußerst kompliziert. Ein Kompromiß wurde erörtert: Man könne sich ja irgendwo in der Mitte treffen, auf neutralem Boden sozusagen, etwa in Lindau am Bodensee. Schließlich gab Mertens nach und reiste an die Wirkungsstätte des Kollegen; das Gespräch, moderiert von Nikolaus von Festenberg und Marianne Wellershoff, durfte beginnen. Zum Thema - ob die Psychoanalyse ein Mumpitz ist und sogar gefährlich oder eine unverzichtbare Therapie - blieben sich die beiden Wissenschaftler dann nichts schuldig, was wohl zu erwarten war (Seite 132).

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