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Hausmitteilung Hausmitteilung Bosnien

aus DER SPIEGEL 21/1995

Fünf Stunden lang mußte die Belgrader SPIEGEL-Korrespondentin Renate Flottau letzten Mittwoch auf das für 15 Uhr angesetzte Interview mit dem bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic warten, der Krieg hatte Vorrang (Seite 141). Bei der Heimfahrt über bosnische Schlaglochpisten war stockdunkle Nacht, und dann fetzte ein Reifen weg - inmitten einer von Schießwütigen durchzogenen Bergwelt, in der, so reumütig die SPIEGEL-Frau, »nicht einmal Verrückte noch nach 20 Uhr Auto fahren«. Renate Flottau verklebte mit Tesa und Blättern aus dem Notizblock die Scheiben von innen, »um nicht schon von außen ein Ziel zu bieten«, und überstand die Finsternis frierend auf dem Liegesitz. Ein Bus mit Arbeitern brachte frühmorgens die Rettung: »Wenn Kämpfende mich nachts da entdeckt hätten, wäre ich wohl nicht lebend davongekommen.«

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