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Hausmitteilung Hausmitteilung Ehrung

aus DER SPIEGEL 24/1994

Sie treibt nach eigenen Worten »Aufwand mit dem Unscheinbaren«, pflegt die »Präzision des Profanen« - Stilmittel, die den Reportagen von Marie-Luise Scherer Unverkennbarkeit, manche meinen Einmaligkeit, geben. So urteilte auch die Schriftstellerin Monika Maron, als sie den diesjährigen Börne-Preis der SPIEGEL-Autorin Scherer zuerkannte. Maron: »Die Genauigkeit und Originalität ihrer Sprache, die soziale Phantasie, mit der sie den aktuellen Gegenstand ihrer Prosa in seinem Umfeld und in seiner Zeit verwurzelt, haben ihre Arbeiten zu überdauernden Zeugnissen deutscher Zustände gemacht.« Deutsche Zustände zeichnete Scherer unter Reportage-Titeln nach wie »Auf deutsch gesagt: gestrauchelt« (1979), »Der unheimliche Ort Berlin« (1987) oder »Die Hundegrenze« (1994). Der erst vor zwei Jahren gestiftete Börne-Preis,für Reportage, Kritik oder Essay von einem einzigen Preisrichter verliehen, ist mit 40 000 Mark die nächst dem Büchnerpreis höchstdotierte Literatur-Ehrung im deutschen Sprachraum. Die Übergabe an Scherer soll im Herbst stattfinden - wahrscheinlich in der Frankfurter Paulskirche.

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