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Hausmitteilung HAUSMITTEILUNG Lebed

Von Hans Joachim Schöps
aus DER SPIEGEL 43/1997

20. Oktober 1997

Einen »leibhaftigen russischen General, der Präsident von Rußland werden möchte«, stellte Chefredakteur Stefan Aust, assistiert vom SPIEGEL-Redakteur und Rußlandexperten Fritjof Meyer, letzte Woche rund hundert Gästen auf einem Empfang im Frankfurter Maritim-Hotel vor. Vor fünf Jahren war dem Moskauer SPIEGEL-Korrespondenten Jörg Mettke dieser erstaunliche Mann in einer Provinzgarnison am Dnjestr begegnet, wo er nur mit Drohgebärden und mit gezielt gestreuten Gerüchten einen Bürgerkrieg beendet hatte. Hernach stieg der bullige Militär zum Sekretär des Sicherheitsrates in Moskau auf, stiftete Frieden in Tschetschenien - und wurde vom amtierenden russischen Präsidenten Jelzin, dem er zu stark geworden war, wieder gefeuert: Alexander Iwanowitsch Lebed, 47. In einem SPIEGEL-Buch ("Rußlands Weg"), das bei Hoffmann und Campe erscheint und nun während der Frankfurter Messe präsentiert wurde, hat der General über sein Leben und sein künftiges Programm für Rußland geschrieben. »Mit Hilfe des SPIEGEL«, so Lebed, »habe ich die in meiner Heimat über mich verhängte Informationsblockade durchbrochen.« Beeindruckt zeigte sich der General von der Bearbeitung seines Textes für die Buchfassung - und kleidete das in ein Bild, auf das einer erst mal kommen muß: »Eine Straßenlaterne ist ein gut redigierter Baum.«

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