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Hausmitteilung Hausmitteilung Opus Dei

aus DER SPIEGEL 2/1995

Johannes Paul II., der erzkonservative Papst, mag diese Leute, nach vorn gerichtete Gläubige jedoch fürchten sie als eine »heilige Mafia": die Männer und Frauen von »Opus Dei« (deutsch: Werk Gottes), dem katholischen Geheimbund, der die Welt nach seinem Sinn formen möchte und dabei nicht zimperlich vorgeht. In Deutschland operiert Opus Dei seit der Wende verstärkt in Berlin, Richtung Rußland und Baltikum, so fand SPIEGEL-Redakteur Peter Wensierski heraus - und kam sich bei seiner Recherche »wie der Leibhaftige persönlich« vor. Immer wenn er die Gotteswerker anrief, wurden die ihrem Selbstverständnis, eine »Kampftruppe« von »heiliger Unverschämtheit« zu sein, voll gerecht. Sie legten sofort wieder auf, bis zu siebenmal nacheinander. Und als der SPIEGEL-Mann beim »Informationsbüro« von Opus Dei in Köln freundlich um Auskünfte bat, machte er Bekanntschaft mit einer ganz neuartigen Informationspolitik: »Das geht sowieso schlecht für uns aus. Schreiben Sie erst mal, wir lesen das, und wenn es uns gefällt, dann sprechen wir auch mit Ihnen.« Katholik Wensierksi kam auch ohne solche seltsamen Wege an seinen Stoff und schrieb erst mal. Neuerliche Vorsprache in Köln kann er sich wohl ersparen (Seite 46).

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