Zur Ausgabe
Artikel 6 / 105
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Hausmitteilung Hausmitteilung Pop

aus DER SPIEGEL 3/1989

Zunächst wollte Dieter Kampe, 35, nur wissen, ob die heutige Pop-Musik wirklich schlechter, eintöniger ist als der Sound der siebziger Jahre, der ihm so gut ins Ohr ging, oder ob sich seine Hörgewohnheiten verändert haben. Der SPIEGEL-Redakteur, Ressort Wirtschaft, sprach mit Plattenmanagern, Musikverlegern und Pop-Sängern. Ergebnis seiner Recherchen: Mit der Musik ging es tatsächlich bergab - weil es mit dem Musikgeschäft steil bergauf ging.

Kampes Report über die Branche, die weltweit jährlich dreißig Milliarden Mark Umsatz macht, gern von »kultureller Verantwortung« tönt und sich ungern in die Karten sehen läßt, erklärt das scheinbare Paradox: Weil die Plattenkonzerne ihre Ware heute international vermarkten und der elektronische Klangteppich die Studioaufnahmen stark verteuert hat, scheuen die Manager das Risiko. Die Förderung von Neutöner-Talenten wird vernachlässigt. Produziert wird, was so ähnlich klingt wie der jeweils letzte Hit (Seite 146). Profi Drafi Deutscher im SPIEGEL-Interview über den langfristig ruinösen Schwund an musikalischer Substanz: »Es geht nur noch um Kohle« (Seite 156).

Zur Ausgabe
Artikel 6 / 105
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.