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Hausmitteilung Hausmitteilung Schriftsteller

aus DER SPIEGEL 32/1996

Als Philip Roth, jüdischer Autor und einer der Großen der amerikanischen Nachkriegsliteratur, seinen ersten Roman vorlegte, erreichten ihn Warnungen vor den Deutschen: Unbelehrbare könnten einige seiner Buchfiguren mißdeuten und gegen ihn aufmarschieren lassen. Doch Roth mochte nicht glauben, daß solche »Verblendeten« noch Einfluß »auf die moralische Vorstellungs- und Willenskraft des Deutschland von 1962« haben. Daß er dann später den deutschen Journalisten Volker Hage empfing, und zwar ohne Umschweife, war dennoch ein Glücksfall.

Denn Philip Roth ist ein scheuer Mann, Interviews sind ihm ein Greuel. Hage aber durfte ihn damals in seinem Versteck besuchen, einer gänzlich entlegenen Farm in Connecticut. Er blieb auf Roths literarischen Spuren, und vor ein paar Jahren gab es noch einmal ein Treffen in New York - Begegnungen mit einem schwierigen Künstler, die Hage in einem Porträt-Band über deutsche und amerikanische Autoren beschreibt. Nun kommt Roths jüngster Roman »Sabbaths Theater« nach Deutschland, und natürlich beschäftigt sich SPIEGEL-Redakteur Hage mit diesem Buch, das in der besten Tradition des Provokateurs Roth steht - und einer alten Garde von US-Autoren, die, so Hage in diesem Heft, »mit Vorliebe eines in der Literatur hoffähig machten: Sex« (Seite 152).

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