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Hausmitteilung Hausmitteilung Titelgeschichte

aus DER SPIEGEL 25/1994

Ist massenhafter sexueller Mißbrauch von Kindern durch Eltern und Erzieher »das bestgehütete Geheimnis der Gesellschaft«? Also mehr oder weniger jeder Mann ein »Kinderschänder«? Oder wird hier massenhaft »Mißbrauch mit dem Mißbrauch« getrieben? Wenn nämlich die Aussagen von oft suggestiv befragten Kindern im Schul- oder Vorschulalter zu Hexenjagden gegen die »Täter« führen. Verharmlosung beklagen die einen, Hysterie die anderen. Während SPIEGEL-Reporter Cordt Schnibben das hilflose Schweigen vieler Opfer für das Hauptproblem hält (SPIEGEL 10/1994), kommen die Gerichtsreporter des SPIEGEL, Gisela Friedrichsen und Gerhard Mauz, zu dem Ergebnis, daß zumindest der in 55 Fällen angeklagte Rainer Möllers ein Opfer blinden Eifers bei der Befragung der Kinder ist (Seite 94). Friedrichsen und Mauz, davon überzeugt, daß Möllers zu Unrecht beschuldigt wird, schreiben gegen »einen Jagdeifer, der schädigt, was er zu schützen vorgibt« (SPIEGEL 39/1993). Die Zeichnung auf dem Titel ist ein Dokument aus dem Möllers-Prozeß in Münster, gemalt von einem der angeblich mißbrauchten Kinder - einem Kind im Vorschulalter.

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