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Hausmitteilung Hausmitteilung Ukraine

aus DER SPIEGEL 38/1992

»Sie fühlen sich von allen verlassen«, beschreibt SPIEGEL-Korrespondentin Martina Helmerich, 27, den Seelenzustand jener deutschstämmigen Neuansiedler aus den Steppen Kasachstans, die dem Ruf von Präsident Leonid Krawtschuk zum massenhaften Niederlassen auf »den besten Böden der Ukraine« folgten. Seit Juli arbeitet die Slawistin und Politologin für den SPIEGEL im neueröffneten Büro Kiew. Wie alle Landesbewohner ignoriert sie beim Einkauf auf dem Markt die seit dem Tschernobyl-Desaster registrierte Strahlenbelastung örtlicher Bodenfrüchte. Drei einander abwechselnde Leibwächter (Monatslohn 150 Dollar) schützen sie gegen die eskalierende Kriminalität und wehrten bereits zwei Einbruchsversuche ab. Keine andere deutsche Zeitung oder Fernsehstation ist in der ukrainischen Hauptstadt vertreten. Von den Recherchen in den Sprengeln der Deutschstämmigen um Odessa kehrte Martina Helmerich mit dem Befund zurück: »Für viele ist das bloß eine Durchgangsstation mit dem Fernziel Deutschland« (Seite 196).

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