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Hausmitteilung Väter, Flutkatastrophe, Zypern, SPIEGEL EDITION »Terror«, »Dein SPIEGEL«

aus DER SPIEGEL 33/2021
Foto: Lena Giovanazzi

Werden die Deutschen gefragt, was ihnen am wichtigsten sei, steht regelmäßig die Familie weit oben auf ihrer Werteliste. Und genau dort ist einiges in Bewegung geraten. Angetrieben vom Feminismus, haben viele Männer bei der Familienarbeit inzwischen aufgeholt und versuchen, als moderne Väter  eine größere Rolle im Alltag ihrer Kinder zu spielen. Doch die progressiven Papas stoßen dabei zuweilen auf unerwarteten Widerstand: die Dominanz der Mütter, denen es nicht immer leichtfällt, bei der Sorge um den Nachwuchs auch tatsächlich loszulassen. Ein SPIEGEL-Team um Redakteur Markus Deggerich, bestehend aus zwei Müttern und zwei Vätern mit insgesamt zehn Kindern, hat in Familien reingehorcht, sprach mit Mamas, Papas, Großeltern, Kindern, Wissenschaftlerinnen, Pädagogen, Coaches und dem Berliner Väterlotsen Selcuk Saydam. Der begleitet und berät als Pionier in diesem neuen Berufsfeld gezielt Väter und kommt dabei zu der Erkenntnis: Wer wirklich neue Väter will, braucht auch neue Mütter .

Flutkatastrophe

Foto: Marcus Simaitis / DER SPIEGEL

Carolin Weitzel, 41, ist Bürgermeisterin von Erftstadt, einem Ort bei Köln, der schwer vom Hochwasser getroffen und durch ein gigantisches Erdloch weltweit bekannt wurde. Als Redakteur Lukas Eberle die CDU-Politikerin fragte, ob er sie beim Management der Katastrophe  begleiten dürfe, sagte Weitzel sofort zu. Eberle saß mit ihr in Besprechungen, sie besuchten Flutopfer. Als sie im Stadtteil Blessem den zwölf Meter tiefen Krater besichtigten, in dem mehrere Häuser verschwunden waren, mussten beide schlucken. »In Krisenzeiten müssen Kommunalpolitikerinnen und -politiker Entscheidungen treffen, bei denen es um Leben und Tod geht«, sagt Eberle, »das war in der Pandemie so, das ist beim Hochwasser so. Die Verantwortung, die Lokalpolitiker tragen, wächst. Trotzdem ist der Respekt, der ihnen entgegengebracht wird, gering.«

Zypern

Vor acht Jahren lernte Redakteur Timofey Neshitov in Den Haag eine Unternehmerin kennen, die sich ihm als »Flüchtling« vorstellte, als »Mädchen aus Famagusta« . Tasoula Hadjitofi war nach dem Einmarsch der türkischen Armee im Sommer 1974 aus Zypern geflohen. In den Niederlanden hatte sie eine Firma gegründet, eine Villa gekauft, sie dinierte mit der Königin. Nur nach Hause konnte sie nicht. Ihr Elternhaus an der Ostküste Zyperns stand in einem Militärgebiet. In diesem Sommer, 47 Jahre nach der Invasion, durfte sie zurückkehren nach Famagusta, mittlerweile eine Geisterstadt. Neshitov begleitete sie auf dieser Reise. Er erlebte eine 62-Jährige, die mit der Verbitterung von Jahrzehnten anreiste und am Ende etwas tat, womit sie nicht gerechnet hatte: Sie umarmte einen türkischen Polizisten. »Frieden hat sie trotzdem nicht gefunden«, sagt Neshitov, »sie will sich nicht versöhnen, sie will ihre heile Welt von 1974 zurück.«

SPIEGEL EDITION »Terror«, »Dein SPIEGEL«

Vor 20 Jahren steuerten islamistische Selbstmordattentäter zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Center in New York. Wie 9/11 nachwirkt und das Leben auch in Deutschland bis heute prägt, beschreibt die neue Ausgabe von SPIEGEL EDITION. Um das illegale Geschäft mit seltenen Tierarten geht es in der Titelgeschichte von »Dein SPIEGEL«, dem Magazin für Kinder. Beide Hefte erscheinen am Dienstag.

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