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Hausmitteilung Heidegger/Augstein / Titel / Gauck

aus DER SPIEGEL 11/2014
Heidegger, Augstein 1966

Heidegger, Augstein 1966

Foto: Digne Meller-Marcovicz

Das SPIEGEL-Gespräch wurde zur Weltsensation - obwohl es mit zehn Jahren Verspätung erschien und der Interviewte nicht mehr lebte. Bereits 1966 hatten SPIEGEL-Herausgeber Rudolf Augstein und Redakteur Georg Wolff den Philosophen Martin Heidegger in Freiburg besucht, jenen Mann also, der mit »Sein und Zeit« den wohl bedeutendsten philosophischen Entwurf des 20. Jahrhunderts in Angriff genommen hatte. Heidegger hatte dem Interview seinerzeit nur unter der Bedingung zugestimmt, dass es erst nach seinem Ableben gedruckt werde. Veröffentlicht wurde es also im Mai 1976, und bis heute wird es in praktisch jeder Heidegger-Studie zitiert - besonders in jüngster Zeit, da eine Heidegger-Kontroverse neu entflammt ist. Auslöser dieser Debatte, die Redakteur Romain Leick beschreibt, ist die Erstveröffentlichung der »Schwarzen Hefte«, der Denktagebücher des Philosophen, die seine Anfälligkeit gegen den Nationalsozialismus belegen, sowie eine neue Studie über Heidegger und das Nachrichten-Magazin. Das historische Interview hätte der SPIEGEL gern in voller Länge dokumentiert; doch der Frankfurter Klostermann-Verlag, durch eine Schenkung Rudolf Augsteins im Besitz der Rechte, hat dies verwehrt (zum Artikel ).

Die beiden Agenten des russischen Geheimdienstes saßen in einem Café an der Promenade der Hafenstadt Kertsch, am östlichsten Zipfel der Krim, sie tranken Tee, und sie besprachen, laut und ziemlich unbekümmert, ihre Einsatzpläne - nicht ahnend, dass der Mann am Nebentisch ein deutscher Journalist war, Matthias Schepp, Leiter des Moskauer Büros. Die Begebenheit, so Schepp, war typisch für das Einsickern der Russen auf die Halbinsel, gelegentlich klandestin, meistens großspurig - das Benehmen eines Hausherrn. Die Entwicklung in der Ukraine und Putins gefährlichen Machtpoker analysieren Redakteure in Washington, Hamburg und Berlin; weitere Russland-Kenner des SPIEGEL waren vor Ort: Walter Mayr traf in Simferopol den soeben mit russischer Hilfe installierten Premier der Krim, Uwe Klußmann bereiste das Donezkbecken, Christian Neef begleitete den neuen Wirtschaftsminister in Kiew. Und in einer Provinzstadt beobachtete Takis Würger aufgebrachte Bürger, die den Abriss einer Lenin-Statue verhindern wollen - Szenen, die zeigen, wie um die Zukunft gerungen wird (zum Artikel ).

In Lingiades, im Nordwesten Griechenlands, erlebte SPIEGEL-Redakteur Markus Feldenkirchen, wie Bundespräsident Joachim Gauck schwierige Momente meistert: Mehr als 80 Kinder, Frauen und alte Menschen waren dort 1943 von der deutschen Wehrmacht hingemetzelt worden - Gauck, auf Griechenland-Reise, bat um Verzeihung, fand die richtigen Worte. Historische Schuld müsse man anerkennen, so das Credo Gaucks, man dürfe sich jedoch nicht dahinter verstecken. Und so zeichnet Gauck die Blaupause für eine andere, selbstbewusste Außenpolitik Deutschlands. »Zwei Jahre«, sagt Feldenkirchen, »hat der Apparat ihn beherrscht. Inzwischen hat er sich vom Apparat emanzipiert - und fängt richtig an« (zum Artikel ).

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