Zur Ausgabe
Artikel 45 / 120
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

FERNSEHEN Heikle Werbung

aus DER SPIEGEL 8/1997

Auch beim Spielfilm »Schindlers Liste«, den Pro Sieben Karfreitag ausstrahlt, will der Münchner Sender nicht auf Werbung verzichten. Das Drei-Stunden-Werk von Hollywood-Regisseur Steven Spielberg über den Holocaust wird durch Nachrichten und zwei kurze Werbeblöcke unterbrochen. Der Sender wolle einerseits nicht auf Werbung verzichten, andererseits aber mit dem Thema »sensibel umgehen«, sagt Sprecher Torsten Rossmann: »Die künstlerische Integrität bleibt erhalten.« Politiker wie CSU-Landesgruppenchef Michael Glos hatten eine werbefreie Ausstrahlung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gefordert. Den Top-Film flankiert Pro Sieben nun mit einer Sendung über jüdische Gemeinden sowie einer Shoa-Dokumentation. Der Vertrag mit Spielberg erlaube sogar klassische Unterbrecherwerbung, so der Sender, auf die aber wolle man verzichten. Festgelegt ist freilich ein Werbeverbot für Kosmetik- und Körperpflegemittel. In den USA strahlt NBC »Schindlers Liste« am Sonntag ohne große Unterbrechung aus: Dort sponsert Autobauer Ford das TV-Ereignis.

Zur Ausgabe
Artikel 45 / 120
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel