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Heimlich ins Homeland

aus DER SPIEGEL 32/1990

Reisefreudige Abgeordnete des Bundestages lassen sich noch immer für die Ziele des weißen Apartheid-Regimes in Südafrika einspannen. Ohne Wissen ihrer Fraktionsführungen hielten sich im Juli sieben Bonner Parlamentarier im Homeland Bophuthatswana auf, einem Kunstprodukt der südafrikanischen Rassenpolitik, das von keinem westlichen Staat diplomatisch anerkannt ist. Über den von der südafrikanischen Botschaft in Bonn gesponserten Trip war auch das Auswärtige Amt nicht informiert worden. Erst als die deutsche Botschaft in Pretoria Alarm schlug, weil es wegen des einwöchigen Aufenthaltes der Parlamentarier zu Demonstrationen vor Bonns diplomatischer Vertretung gekommen war, wurde die heimliche Reise in den Apartheid-Staat ruchbar. Neben vier Hinterbänklern der CDU/CSU waren diesmal auch der Freidemokrat Günther Bredehorn und der Sozialdemokrat Albert Pfuhl mit von der Partie, obgleich in deren Fraktionen solche Einladungen aus Südafrika ausdrücklich verpönt sind. Noch im Juni hatte die Bundesregierung dem Schwarzen-Führer Nelson Mandela zugesichert, den Boykott der EG-Staaten gegen das Apartheid-Regime weiter zu unterstützen.

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