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Helen Fischer

aus DER SPIEGEL 37/1985

Helen Fischer, Mitarbeiterin bei Axel Springers »Bild«, erteilt Rat in der Rubrik »Ihr Recht in der Ehe - Leserinnen fragen, Juristin Helen Fischer antwortet«. Der Hamburgische Anwaltverein vermutete dahinter eine unerlaubte Rechtsberatung und mobilisierte die Justiz. Springers Rechtsabteilung konterte mit einem verblüffenden Eingeständnis: Es handele sich jedesmal um »einen 'erfundenen Leserbrief'« mit »einer - von der Redaktion frei gewählten - Namensabkürzung«. Beispiel: »Gibt eine Bank meinem Mann ... Auskunft über meine Sparbücher, ohne daß ich das weiß? Claudia S., Kiel.« Die »Bild«-Redaktion, so der Verlag, formuliere »den Problemkreis vieler Leseranfragen« selbst - und so bestätigte die Justizbehörde: keine unerlaubte Rechtsberatung im Einzelfall. Was sie nicht erfuhr: Auch die Juristin Helen Fischer gibt es nicht. Es sei, so »Bild«, ein Pseudonym.

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