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Helmut Kohl,

aus DER SPIEGEL 12/1988

57, Bundeskanzler, hat einer persönlichen Freundin seiner Frau, der Karlsruher Bauunternehmerin Christine Esswein, zum Posten der deutschen Honorarkonsulin in Monaco verholfen. Die Geschäftsfrau erhielt den Zuschlag, obwohl sie im Fürstentum nur ihren steuerlichen Wohnsitz unterhält und sich nicht ständig in Monaco aufhält, wie es für Honorarkonsuln an anderen Dienstorten üblich ist. Nach wiederholten telephonischen Interventionen Kohls, die Sache zu beschleunigen, gab Bonns Generalkonsul in Marseille, dem für Monaco zuständigen Amtsbezirk, dem massiven Druck von oben nach und schlug die Frau vom Bau vor. Die neue Amtsträgerin meldete vergangene Woche Vollzug: Der Kanzler, ließ sie überraschte Diplomaten wissen, habe sie »vereidigt« - auch dies ungewöhnlich: Honorarkonsuln unterliegen keiner Eidesleistung.

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