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SRI LANKA »Heroische Aufgabe«

Außenminister Rohitha Bogollagama, 52, über den Krieg gegen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) und die Vermittlerrolle der Europäer
aus DER SPIEGEL 6/2007

SPIEGEL: Sie sind gerade gut eine Woche im Amt, warum führt Sie Ihre erste Reise nun auch nach Berlin?

Bogollagama: Deutschland und die EU sind unsere wichtigsten Partner, ökonomisch wie politisch.

SPIEGEL: Es geht auch um 4,5 Milliarden Dollar von Geberländern. Die werden aber an die Bedingung geknüpft, dass die Bürgerkriegsparteien zu Verhandlungen zurückkehren.

Bogollagama: Es bedarf einer gemeinsamen nationalen Anstrengung aller Parteien, auch der Opposition. Natürlich ermutigen wir auch die LTTE zu einer Rückkehr an den Tisch - es geht um eine gemeinsame heroische Aufgabe.

SPIEGEL: Die Europäer pochen sehr auf Einhaltung der Menschenrechte. Die internationale Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch wirft in ihrem jüngsten Bericht auch Mitgliedern der Regierungsarmee vor, in die Rekrutierung von Kindersoldaten verwickelt zu sein.

Bogollagama: Das hat die Regierung nie getan. Warum sollte die Armee eines Staates mit 19 Millionen Einwohnern Minderjährige zu den Waffen zwingen? So etwas haben nur die Tiger nötig. Sie sind momentan relativ schwach.

SPIEGEL: Vergangenen Mittwoch sprachen norwegische Vermittler mit den Tigern. Ist Frieden ohne Europäer möglich?

Bogollagama: Europa sollte die LTTE mit mehr Druck zu Verhandlungen bewegen. Sie sollte auch die Finanzquellen trockenlegen, aus denen die Tamilen-Tiger Geld beziehen.

SPIEGEL: Kann man auf Sri Lanka trotzdem noch gefahrlos Ferien machen?

Bogollagama: Es sind vergangenes Jahr immer noch 35 000 Deutsche gekommen, keinem wurde ein Haar gekrümmt. Wenn es für die bei uns sicher war, wird es das auch für andere Gäste sein.

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