6 wirklich schlimme Wahlplakate aus Hessen

Märchenonkel, Hassblicke und Pimmel-AfD

Dieser Beitrag wurde am 26.10.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Bayern ist kaum verdaut, aber trotzdem sind da am Sonntag schon wieder Wahlen: Hessen entscheidet über einen neuen Landtag und eine neue Landesregierung. Und was ist das Tollste an jeder Wahl? Schlimme Wahlplakate! Da haben die Hessen einige zu bieten. 

Martin Fuchs hat uns erzählt, was er von den Plakaten hält und was die Parteien besser machen müssten. Er ist Politikberater und beschäftigt sich mit Wahlkämpfen, unter anderem auf seinem Blog Hamburger Wahlbeobachter . Außerdem sammelt er seine persönlichen "Wahlplakate from Hell"

Sein Fazit: 

Im Vergleich zu Bayern habe ich das Gefühl, dass in Hessen weniger kreative Plakate hängen.

Martin Fuchs

Auch die Themen in Hessen sind andere. "In Hessen sind eher Diesel-Fahrverbote und Bildungspolitik im Fokus, in Bayern waren es viel Heimat und Integration," sagt Fuchs.

Landtagswahl Hessen 2018: Themen und Kandidaten im Überblick

Aber jetzt zur Anschauung am hängenden Objekt. 

Zum lockeren Einstieg liefert die SPD ein Suchspiel:

Na, alle gefunden? Schön! 

Zur Belohnung liest der Thorsten (SPD-Spitzenkandidat) euch was vor:

Die FDP will sich vom "Märchenonkel" Schäfer-Gümbel abgrenzen 

Ganz, ganz böse:

Der FDPler, der so böse gucken kann, ist Spitzenkandidat René Rock. Doch er kann noch mehr. 

In einer Guerrilla-Aktion hat er den Wahlkampf der Grünen gekapert:

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Facebook, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Geniale Aktion oder grobes Foulspiel? Unser Experte: "Das war fast schon eine klassische FDP-Aktion. Ich finde das extrem klug, weil man so viel Aufmerksamkeit erhält, Fotos von solchen Aktionen gerne und viel im Netz geteilt werden und man sich kostengünstig an ein bestehendes Event dranhängt."

Findet er also mega. Das mag der FDP reichen. 

Dem amtierenden Ministerpräsidenten Volker Bouffier reicht das nicht:

Die nach eigenen Angaben "sehr gute Partei" Die Partei setzt auf Personalisierung und namhafte Kandidaten. 

Die Partei hat ihren eigenen Bouffier. Mario Bouffier. 


Und natürlich wollen wir euch den unrühmlichen Tiefpunkt der Plakatierung nicht vorenthalten:

Die AfD-Pimmelpuppe. Garantiert mit Rechtsdrall.

 


So, durchatmen. Nach den ganzen schlechten Plakaten haben wir uns gefragt: Was macht denn eigentlich ein gutes Wahlplakat aus?

Unser Experte, der Hamburger Wahlbeobachter, sagt: 

Ein gutes Wahlplakat lebt immer von einer Idee. Die meisten Plakate haben keine. Und von einem starken Inhalt. Auch das wird gerne vergessen.

Seine Tipps an künftige Kandidatinnen und Kandidaten:

  • Klare Schrift (gerne auch mit schrillen Farben)

  • Klare Aussagen

  • Ungewöhnliche Blickwinkel für Porträts

  • Plakate, die mit anderen Plakaten interagieren

  • Ironie

Am wichtigsten: Emotionen erzeugen. "Plakate, die das im Informationswirrwarr unserer Städte schaffen, haben schon sehr viel richtig gemacht. So verankern sich Name und Gesicht am Besten," sagt Fuchs.


Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.