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Diplomatie Hiebe vom Personal

aus DER SPIEGEL 22/1996

Das Auswärtige Amt hat Probleme mit den Sicherheitskräften an deutschen Vertretungen im Ausland - die gehen mitunter rabiat gegen Besucher vor.

Anfang April wurde ein rumänienstämmiger Deutscher aus Bonn auf dem Konsulat in Temesvar krankenhausreif geschlagen. Der Mann hatte darauf bestanden, wegen einer abschlägigen Visa-Entscheidung eine Erklärung des zuständigen Mitarbeiters zu bekommen. Zwei Wachleute zerrten ihn vom Gelände, schlugen ihn ins Gesicht. Der Besucher, verteidigt das Konsulat die Aktion, sei »völlig ausgeflippt« und habe sich geweigert, freiwillig zu gehen.

Bei seinem nächsten Anlauf, so beschwert sich der Mann beim Auswärtigen Amt, das den Fall derzeit prüft, sei ein Pförtner auf ihn losgestürmt und habe ihm »ohne Vorwarnung einen fürchterlichen Schlag in den Magen« versetzt. Das Opfer mußte in einem Hospital behandelt werden.

Kurz darauf fiel auch die deutsche Botschaft in Indonesiens Hauptstadt Jakarta durch undiplomatisches Verhalten auf. Einheimisches Wachpersonal an der Bonner Vertretung prügelte acht Ost-Timoresen, die über den Botschaftszaun geklettert waren und um Asyl baten, vom Grundstück und lieferte sie dem indonesischen Militär aus.

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